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Lehrbuch der Zoologie
Entstehung
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86
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Allgemeine Zoologie.

des Körpers von einem typischen Epithel überzogen, welches gewöhnlichEpidermis, seiner Entstehung nach oft auch Ectoderm genannt wird.Bei Wirbellosen und Amphioxus stets einschichtig, ist es bei den übrigenWirbeltieren dagegen vielschichtig. Diesem wichtigsten Teil der Hautkann sich vom Innern des Körpers aus Bindegewebe hinzugesellen, welchesdann den mesodermalen Teil der Haut, die besonders bei Wirbeltierenstark entwickelte Lederhaut (Cutis oder Corium) erzeugt. Die Hautwird häutig zur Skelettbildung verwandt, sei es, daß die Epidermis aufihrer Oberfläche starke als Panzer wirkende, oft verkalkende, cuticulareAusscheidungen liefert (Cölenteraten, Mollusken, Arthropoden), sei es.daß in der Lederhaut Verkalkung (Echinodermen) oder Verknöcherung(Schuppen der Fische, Knochenplatten vieler Reptilien und Säugetiere)eintritt. Diesem Haut- oder Integumentalskelett stellt man das vor-nehmlich den Wirbeltieren zukommende Achsenskelett gegenüber, Ver-knorpelungen und Verknöcherungen im Innern des Körpers, welche diesemeine feste Stütze verleihen.

Vegetative Organe.

A. Organe der Ernährung.

Wenn wir den Begriff der Ernährung im weitesten Sinne fassen,so haben wir in diesem Abschnitte alle Einrichtungen zu besprechen,welche getroffen sind, um zur Zeit der aufsteigenden Entwicklung dasWachstum zu ermöglichen und auch später nach beendigtem Wachstumden mit jeder Arbeitsleistung verbundenen Verlust an Spannkraft aus-zugleichen und dem-Körper seine Leistungsfähigkeit zu bewahren. Beijeder Arbeitsleistung werden organische Verbindungen oxydiert oder, wieman sich bildlich ausdrückt, verbrannt. Verbindungen, welche besondersreich an Kohlenstoff und verhältnismäßig arm an Sauerstoff sind, welcheaußer dem Wasserstoff meist auch Stickstoff und Schwefel enthalten,werden durch Zutritt von Sauerstoff zerlegt in Kohlensäure, Wasser undverschiedenerlei stickstoffhaltige Oxydationsprodukte, wie Harnstoff, Harn-säure usw. Ein Gleichgewicht im Stoffwechsel wird herbeigeführt werden,wenn nicht nur das unbrauchbar Gewordene entfernt, sondern auch denGeweben Ersatz für das verbrauchte Material von Sauerstoff und vonkohlenstoffreichen Verbindungen geliefert wird. Eine scheinbare Aus-nahme machen die sogenanntenanaeroben" Organismen, welche ansauerstoffarmen oder sauerstoffreien Orten leben und, wie auch das Experi-ment gelehrt hat, ohne Sauerstoff leben und sich bewegen, also Arbeitleisten können. Abgesehen von einigen hier nicht in Betracht kommendenBakterien sind es Entoparasiten (cfr. S. 146); dieselben nehmen von ihrenWirten sauerstoffreiche Verbindungen auf, bauen aus ihnen Kohlenhydrate(z. B. Glykogen) auf und zersetzen sie durch einen der Gärung analogenVorgang in Kohlensäure und sauerstoffarme Verbindungen.

Niedrig organisierte Tiere erledigen alle den Stoffwechselaustauschvermittelnden Prozesse mit Hilfe eines und desselben Organs, des Darmes:bei höheren Tieren ist dagegen eine Spezialisierung eingetreten, und sindfür die vielerlei Einzelvorgänge, die in ihrer Gesamtheit das Bild dernormalen Ernährung ausmachen, besondere Einrichtungen getroffen.