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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

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19. Die Leitung wird vermittelt durch Nervenfasern (marklose undmarkhaltige Fibrillenbündel und Fibrillen), die Kombination der Reizedurch Ganglienzellen (unipolare, bi- und multipolare Ganglienzellen).

20. Blut und Lymphe sind eiweißhaltige Flüssigkeiten; seltenzellenlos, enthalten sie entweder nur farblose amöboide Zellen (weißeBlutkörperchen, Leucocyten) oder neben diesen noch gefärbte (rote) Blut-körperchen.

21. Gefärbte Blutkörperchen finden sich vorwiegend bei Wirbeltierenund sind hier Ursache der Blutfarbe; sie fehlen den meisten wirbellosenTieren.

22. Wenn wirbellose Tiere gefärbtes (rotes, gelbes, grünliches) Bluthaben, so ist die Ursache dazu meist im Blutplasma zu suchen.

23. Die roten Blutkörperchen sind kernlos bei Säugetieren, kern-haltig bei allen übrigen Wirbeltieren.

3. Umbildung der Gewebe zu Organen.

Aus den Geweben bauen sich die Organe auf. Ein Organ kannman einen Gewebskomplex nennen, welcher gegen die übrigenGewebe abgegrenzt ist und eine in sich abgeschlossene Ge-stalt angenommen hat, um eine einheitliche Function zu voll-ziehen. So ist der einzelne Muskel ein Organ, welches aus einer ge-wissen Menge von Muskelgewebe besteht, mit Scalpell und Schere ausseiner Umgebung als ein zusammenhängendes Ganze herausgeschält werdenkann und eine bestimmte Bewegung ausführt.

In jedem Organ ist ein Gewebe, welches die Function des OrgansHaupt- undvermittelt und daher den physiologischen Charakter desselben ausschließ- ^ e w b 0 ™ e "lieh bestimmt; wir wollen es das Hauptgewebe nennen. Neben ihmkönnen noch weitere Gewebe vorhanden sein, welche nur den Zweckhaben, die Function des Iiauptgewebes zu unterstützen oder zu ermög-lichen, die Nebengewebe. So findet man im Muskel der Wirbeltiereaußer den Muskelfasern noch Bindesubstanz, welche als eine Art Cementdie Muskelbündel untereinander verkittet, ferner Blutgefäße, welche zurErnährung dienen, endlich Nerven, durch welche die Muskeln erregtwerden. In der Leber des Menschen sind ebenfalls außer den functionellwichtigsten Teilen, den Leberzellen, noch Blutgefäße, Nerven- und Binde-substanz vorhanden. Derartige Nebengewebe pflegen im allgemeinen nurbei einer hohen Entwicklungsstufe des Organs vorhanden zu sein; beiniederen Tieren können sie fehlen. So besitzt der Darm der Cülente-raten nur eine epitheliale Auskleidung; ihr Nervensystem besteht nuraus einem Plexus von Nervenfasern und Ganglienzellen.

Für den dauernden Bestand eines Organs ist es von der größtenBedeutung, daß seine Gewebe in Function erhalten werden. Die lebendeSubstanz unterscheidet sich von der unbelebten darin, daß sie, obwohl siedurch den Gebrauch ebenfalls verzehrt wird, einen Ersatz erfährt, welcheroft mehr als hinreichend ist, um die Verluste zu decken. FunctionierendeGewebe und Organe nehmen unter günstigen Bedingungen infolge er-höhter Ernährung an Masse zu; functionslos gewordene Teile erfahrendagegen einen allmählichen Schwund, welcher schließlich zu ihrem Unter-gang führt. Insofern functionierende Gewebe auf Kosten nicht func-