^■■■■H |
82
Allgemeine Zoologie.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte aus der
Gewebelehre.
T.
«) zeiie. 1. Das wichtigste Formelement aller Gewebe ist die Zelle.
2. Die Zelle ist ein Klümpchen Protoplasma, das einen oder mehrereKerne enthält (einkernige, vielkernige Zellen).
3. Der Kern bestimmt wahrscheinlich den spezitischen Charakterder Zelle, indem er die Functionen derselben beeinflußt; demgemäß ister auch Träger der Vererbung.
4. Zellen und Kerne vermehren sich ausschließlich durch Teilungoder Knospung, die Kerne vielzelliger Tiere fast ausnahmslos mitotisch,die Kerne der Protozoen häufig mittelst direkter Durchschnürung.
b) Gewebe. 5. Gewebe sind Komplexe zahlreicher, histologisch gleichartig differen-
zierter Zellen.
6. Die histologische Differenzierung beruht zum Teil darauf, daß die
Zellen eine bestimmte Form und Anordnung annehmen, zum Teil auf
der Bildung von Plasmaprodukten, welche den Charakter des Gewebes
ausmachen (Muskel-, Nerven-, Bindegewebsfibrillen).
o Einteilung 7. Nach der Function und der Structur unterscheidet man f. Epi-
aerGewebc thelien, 2. Bindesubstanzen, 3. Muskelgewebe, 4. Nervengewebe.
8. Der functionelle Charakter der Epithelien ist darin gegeben, daßsie die Oberfläche des Körpers überziehen, ihr morphologischer Charakterdarin, daß sie aus dicht gedrängten, nur durch. Kittsubstanz verbundenenZellen bestehen.
9. Nach ihrem weiteren functionellen Charakter teilt man die Epi-thelien in Drüsenepithelien (einzellige, vielzellige Drüsen), Sinnesepithelien,Keimepithelien, Deckepithelien ein.
10. Nach der Structur unterscheidet man einschichtige (kubische,cylindrische, Plattenepithelien) und vielschichtige Epithelien, Geißel- undFlimmerepithelien, Epithelien mit und ohne Cuticula.
11. Der physiologische Charakter der Bindesubstanzen beruhtdarauf, daß sie im Innern des Körpers die Zwischenräume zwischenanderen Geweben ausfüllen.
12. Der morphologische Charakter der Bindesubstanzen ist in derAnwesenheit der Intercellularsubstanz gegeben.
13. Nach der Masse und der Structur der Intercellularsubstanz teiltman die Bindesubstanzen ein: 1. in zellige (spärliche Intercellularsubstanz),2. homogene, 3. faserige Bindesubstanz, 4. Knorpel, 5. Knochen.
14. Der physiologische Charakter des Muskelgewebes ist in dergesteigerten Contractionsfähigkeit gegeben.
15. Der morphologische Charakter beruht darauf, daß die ZellenMuskelsubstanz ausgeschieden haben.
16. Nach der Beschaffenheit der Muskelsubstanz unterscheidet manglatte und quergestreifte Muskelfasern.
17. Nach dem Charakter und der Abstammung der Zellen (Muskel-körperchen) teilt man die Muskulatur in epitheliale (Epithelmuskelzellen,Primitivbündel) und bindegewebige (contractile Faserzellen).
18. Der physiologische Charakter des Nervengewebes beruht aufder Fortleitung der sinnlichen Reize und Willensimpulse und auf derKombination derselben zu einheitlicher seelischer Tätigkeit.