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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

besonders reich an Eiweißsubstanzen, von denen sich jedoch nach derEntleerung des Blutes aus den Gefäßen ein Teil durch Gerinnung aus-scheidet und den aus Fibrin bestehenden Blutkuchen liefert, währendeine an Eiweiß ärmere Flüssigkeit, das Blutserum, übrig bleibt. Diegeformten Elemente, die Blutzellen, werden als rote und weiße Blut-körperchen unterschieden. Letztere (die Leucocyten) sind in geringererZahl vorhanden und haben große Ähnlichkeit mit den im Wasser vor-kommenden Amöben; sie sind Protoplasmaklümpchen, welche einen Kernenthalten, Fremdkörper, wie z. B. in das Blut gespritzte Karminkörnchen,fressen und sich „amöboid", d. h. durch Aussenden von Pseudopodienfortbewegen (Fig. 44«).

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Fig. 45. Rote Blutkörperchen, a vom Menschen,

/'' b vom Kamel, c von der Natter, d' von Proteus

(Kantenansicht), d" Flächenansicht, e eines Rochen,

Fig. 44. Weiße Blutkörperchen, / von Petromyzon, n Kern. (Alle Blutkörperchen

d — a" vom Menschen, b vom Krebs 700 mal vergrößert, mit Ausnahme von d, welche

(n der Kern). 350 mal vergrößert sind).

Die roten Blutkörperchen der Wirbeltiere (Fig. 45) sind im aus-gebildeten Zustand kreisrunde oder ovale Scheiben, welche durch Ein-wirkungen von außen, durch Druck und Zug, vorübergebend gebogen,eingeschnürt oder anderweitig in ihrer Form modifiziert werden, aktivaber ihre Gestalt nicht verändern können, weil sie nicht mehr aus Proto-plasma bestehen. Entwicklungsgeschichtlich entstehen sie zwar aus echten,kernhaltigen protoplasmatischen Zellen „Ery throblasten" ; allmählich je-doch wird der protoplasmatische Zellenleib ganz in ein Plasmaprodukt, dasStroma des Blutkörperchens, verwandelt. Wenn sich bei dieser Metamorphoseder Kern erhält, so bildet er im Centrum der Scheibe beiderseits eineschwache Hervorwölbung; wird der Kern ebenfalls rückgebildet, dannbilden sich an Stelle der beiderseitigen Hervorwölbung flache Dellen.Im letzteren Fall hat man, streng genommen, kein Recht mehr, von Blut-zellen zu reden, da alle charakteristischen Bestandteile der Zelle, Kernund Protoplasma, geschwunden sind. — Systematisch sind die roten Blut-körperchen insofern von Interesse, als kernlose Formen nur bei den Säuge-tieren (Fig. 45«, b), kernhaltige bei allen übrigen Wirbeltieren (e — d)gefunden werden. Auch besitzen die Säugetiere kreisrunde, die übrigenWirbeltiere ovale Scheiben. In letzterer Hinsicht kommen jedoch Aus-nahmen vor, indem unter den Säugetieren die Tylopoden (Kamel, Lama)ovale, unter den Fischen die Cyclostomen kreisförmige Blutkörperchenhaben.

Die roten Blutkörperchen sind sowohl Ursache der Farbe des Blutes,als auch Träger einer seiner wichtigsten Functionen, der Vermittlung