Allgemeine Zoologie.
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63°/ 0 auf 37%. Unter den anorganischen Bestandteilen ist am wichtigstender phosphorsaure Kalk, 84% der Gesamtmasse der anorganischen Ver-bindungen, daneben finden sich noch in geringeren Quantitäten Ver-bindungen von Fluor, Chlor, Kohlensäure und Magnesia. Bei kompaktenKnochen ist die Grundsubstanz zusammengesetzt aus den Knochenlamellen(Fig. 43), deren Anordnung von den in und an dem Knochen vorhandenenOberflächen bestimmt wird. In einem Röhrenknochen (wie dem Oberarm-bein oder einem Mittelhandknochen) ist eine Oberfläche durch die Begrenzungnach außen gegeben, wo eine faserige Haut, die Beinhaut oder dasPeriost, ihr dicht auflagert. Eine zweite Oberfläche ist nach dem Innernnötig geworden durch die Anwesenheit der Markhöhle. Endlich ist dasMassiv des Knochens noch durchsetzt von den Haversischen Kanälen,welche, vorwiegend in der Längsrichtung angeordnet, durch quere oderschräge Kanäle aber zu einem Netz untereinander verbunden sind unddem Verlauf von Blutgefäßen dienen. Indem nun die Knochenlamellensich parallel den besprochenen Oberflächen anordnen, lassen sich aufdem Querschnitt zwei Systeme unterscheiden, die Grundlamellen und dieHaversischen Lamellen. Jene sind den Oberflächen des Periosts unddes Markraums parallel gestellt und bilden einen Mantel von konzen-trischen Schichten um clie Markhöhle herum. In diesen Grundstock desKnochens sind nun die Haversischen Kanäle mit ihren Lamellen einge-fügt, indem sie die ihnen in den Weg tretenden Grundlamellen bis aufßeste, clie Schaltlamellen, zerstört und ersetzt haben. Die HaversischenLamellen sind um das Lumen der Haversischen Kanäle ebenso konzentrischgeschichtet wie die Grundlamellen um den Markraum.
Die Schichtung des Knochens ist durch die Entstehungsweise be-gründet. Wo die Knochengrundsubstanz an die Haversischen Kanäle,den Markraum oder das Periost angrenzt, findet sich vorübergehend oderdauernd eine epithelartige Lage von Zellen, den „Osteoblasten", welcheclie Knochengrundsubstanz ausscheiden, was, wie in allen derartigen Fällen,der ausgeschiedenen Substanz eine geschichtete Structur verleiht. Beidieser Ausscheidung geraten einige Zellen mit in die Grundsubstanzhinein und geben hier die Knochenkörperchen ab, welche sich von denKnorpelzellen durch die reichlichen clie Grundsubstanz durchsetzendenAusläufer unterscheiden. Die von einem Knochenkörperchen entspringendenAusläufer verästeln sich und verschmelzen mit den ihnen entgegen-kommenden Verzweigungen benachbarter Zellen; ihre Anordnung ist amschönsten am getrockneten Knochen zu erkennen, weil hier die Hohlräumeund Kanäle der Grundsubstanz mit Luft gefüllt sind. — Bei spongiösenKnochen vereinfacht sich der Bau, indem hier die Haversischen Kanäle mitihren Lamellensystemen, oft auch clie Schichtung in Grundlamellen fehlen.— Als besondere Modifikationen des Knochengewebes sind noch zu nennendas Gewebe der Fischschuppen und das Zahnbein, auch Elfenbein oderSubstantia eburnea genannt.
Blut und Lymphe, welche wir hier im Anschluß an die Binde-substanzen abhandeln, sind, streng genommen, gar keine Gewebe, sondernnur ernährende Flüssigkeiten. Zweierlei ernährende Flüssigkeiten findensich bei den Wirbeltieren vor, das rot gefärbte Blut und die farbloseoder schwach opalisierende oder weißlich getrübte Lymphe. Am Blutdes Menschen und der Wirbeltiere haben wir zunächst die flüssigen unddie geformten Bestandteile auseinanderzuhalten. Die Blutflüssigkeitoder das Blutplasma ist, abgesehen von anorganischen Bestandteilen,
Blut undLymphe.