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Lehrbuch der Zoologie
Entstehung
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Alleemeine Zoologie.

und auf den ersten Blick ganz structurlos (Fig. 42), nimmt aber unterdem Einfluß gewisser Reagentien eine faserige Beschaffenheit an. Letz-teres Verhalten, sowie der Umstand, daß der Knorpel durch Umwandlungdes Perichonclrium, einer dünnen, faserigen, seine Oberfläche über-ziehenden Haut, wächst, läßt es sicher erscheinen, daß er ein homogeni-siertes, faseriges Bindegewebe ist und sich somit wesentlich von der homo-genen Bindesubstanz unterscheidet, da er nicht wie diese eine niedere, son-dern eine höhere Stufe der Gewebsbiklung bezeichnet. — Beachtenswertin dieser Hinsicht ist ferner, daß auch die Knorpelgrandsubstanz (Chondrin)beim Kochen Leim liefert, Chondrinleim, der sich aber vom Glutinleimdes Bindegewebes dadurch unterscheidet, daß er von Essigsäure ausgefälltwird. In der Grundsubstanz liegen die Knorpelzellen zu Gruppen undNestern vereinigt, eine Gruppierungsweise, die auf ihre Entstehung hin-weist, da jede Zellengruppe durch successive Teilung aus einer einzigen

Mutterzelle entstanden ist. — Auch imFig. 43. Knorpel können elastische Fasern auf-

treten; eine große Zahl derselben wan-delt den bläulich schimmernden, hya-linen Knorpel in den gelblich gefärbten,elastischen Knorpel um. — VomWirbeltierknorpel unterscheidet sich der„Kopfknorpel" der Cephalopoden da-durch, daß die Knorpelkörperchen reich-liche Ausläufer besitzen.

a b

Fig. 42.Perich ondrium

Knorpel c.

Knorpel (nach Gegenbaur). a, b Übergang zum typischen

Fig: 43. Querschnitt durch einen Mittcl-handknochen des Menseben, a Fläche desPeriosts mit angrenzenden periostalen Grund-lamellen, b Fläche des Markraumes mit an-grenzenden Markraumgrundlamellen, c Quer-schnitte der Haversischen Kanäle und ihrerLamellensysteme, d Schaltlamellen, e Knochen-körperchen resp. deren Hohlräume (nach Frey).

Knochen. Der Knochen ist die komplizierteste Bildung in der Bindesub-

stanzreihe. Er besteht aus einer dem Glutin sehr nahestehenden Grund-substanz, dem Ossein, welche mit anorganischen Bestandteilen so innigverbunden ist, daß man unter dem Mikroskop nur eine homogene Massesieht. Das Verhältnis von anorganischer und organischer Substanzwechselt nach Alter und Art des Tieres; beim Menschen z. B. kommen65°/ 0 anorganische Substanz auf 35% organische, bei der Schildkröte