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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

eine gallertige Masse ab, in welche einzelne ihrer Zellen eindringen. Soentsteht der Bindesubstanzkeim oder das Mesenchym (Fig. 106).

Primäre Aufgabe der Bindesubstanzen ist es, die Zwischenräume,welche sich im Innern des Körpers zwischen den einzelnen Organen er-geben, auszufüllen und dabei die Einzelteile des Organs sowie auch dieverschiedenen Organe untereinander zu verbinden. Die Bindesubstanzentragen infolgedessen auch zur Festigkeit des Körpergefuges bei undwerden häufig zum Aufbau des Skeletts verwandt. Um das zu erreichen,bilden die Zellen auf ihrer Oberfläche Substanzen, welche meist einegrößere Festigkeit haben als das Protoplasma und, da sie zwischen dieZellen eingeschlossen sind, Intercellularsubstanzen heißen. Je mehr dieIntercellularsubstanzen an Masse zunehmen, um so mehr verbrauchen sichdie Zellen und werden zu unscheinbaren Körperchen, den Bindesubstanz-körperchen, oder verschwinden sogar, was jedoch selten ist, gänzlich. Dadie Intercellularsubstanzen das Wichtigste in der Bindesubstanz sind, istes begreiflich, daß vornehmlich auf ihrer verschiedenen Beschaffenheit dieUnterschiede der einzelnen Arten der Bindesubstanz beruhen. Man unter-scheidet folgende Formen: 1. zellige Bindesubstanz, 2. homogene Binde-substanz, 3. faserige Bindesubstanz, 4. Knorpel, 5. Knochen.

Fig. 37.

Fig. 38.

Fig. 37. Zellige Bindesubstanz. Querschnittdurch die Chorda einer eben ausgeschlüpftenForelle, n Kerne der Chordazellen.

Fig. 38. Homogene Bindesubstanz von Sycan-dra raphanus (nach F. E. Schulze).

ZelligeBinde-substanz.

Die zellige Bindesubstanz, welche, streng genommen, nichthierher gehört, da sie nicht vom Mesenchym stammt, sondern direkt ausumgewandeltem Epithel entsteht, zeigt die Merkmale der Gruppe amwenigsten ausgeprägt: sie hat ihren Namen daher, daß die Zellen dieHauptmasse ausmachen, während die Zellprodukte nur in den erstenAnfängen vorhanden sind. Die Zellen sind große, blasige Körper, welchenach Analogie pflanzlicher Zellen fest gegeneinander gepreßt sind undsich polygonal abgeplattet haben; sie haben zwischen sich eine feste,wenn auch dünne Schicht von Intercellularsubstanz ausgeschieden (Fig. 37).Homogene Bei der homogenen Bindesubstanz ist die Intercellularsubstanz

Substanz, meist reichlich vorhanden als eine glasartig durchsichtige und daher unterdem Mikroskop fast gar nicht wahrnehmbare, bald gallertartig weiche,bald derbere Masse (Fig. 38). Die in ihr liegenden Zellen sind entwederkugelig oder senden verästelte Fortsätze in die Grundsubstanz hinein.Solche Verästelungen können zu einem Netzwerk verschmelzen, welcheswie ein Pseudopodiennetz Zelle mit Zelle verbindet. Nicht selten wirdaußerdem die homogene Bindesubstanz von isolierten festen Fäden oder