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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

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Fig. 36. Sinnesepithel, a einerActinie, ß ans der Geruchsschleim-haut des Menschen, d Stützzellen,s Sinneszellen.

erhält dasselbe durch die Verbindung, welche einige seiner Zellen, dieSinneszellen, mit den feinsten Endästen verzweigter, vom Centralnerven-system kommender Nerven eingehen. Diese Verbindung kann in zweierleiWeise bewerkstelligt werden. Im ersten Falle verlängern sich die Sinnes-zellen (primäre S.) direkt in feine Nervenfibrillen; sie sind fadenförmigeZellen, in denen durch die Einlagerung des Kerns eine Verdickung herbei-geführt wird (Fig. 36). Der nach außen vom Kern gelegene periphereTeil der Zelle vermittelt die Aufnahmeder Sinnesempfindung, während der cen-trale Teil sich kontinuierlich in die Ner-venästchen fortsetzt und sich demgemäßin zwei oder mehr feinste, den Charaktervon Nervenfibrillen annehmende Aus-läufer verzweigt. Im zweiten Falleendet der Sinnesnerv in einer unter demEpithel gelegenen Ganglienzelle, welchein das Epithel Ausläufer entsendet, Dieseenden frei zwischen den Epithelzellenoder legen sich an besondere Sinnes-zellen, mit denen sie nur im Kontaktstehen, an (secundäre S.). BeiderleiSinneszellen können an ihrem peripherenEnde besondere, zur Sinnesempfindungin Beziehung stehende Anhänge tragen:Hörhaare, Tasthaare, stiftchenartige Auf-sätze bei Geruchs- und Geschmacks-organen, ansehnliche Stäbchen bei denSehzellen. Fast ausnahmslos gilt der Satz, daß die Sinnesepithelien Teileder Haut (Ectoderm) sind oder wenigstens entwicklungsgeschichtlich vonihr abstammen. Selbst für Sinnesorgane, die von der Haut abgelöst unddurch reichliches Zwischengewebe von ihr getrennt sind, wie Auge undGehörorgan der Wirbeltiere, läßt sich die ectodermale Abstammung ihrerSinnesepithelien (Retina, Crista acustica) beweisen.

Im Bereich des Sinnesepithels und zwischen den Sinneszellen findensich noch anderweitige Epitlielzellen, welche nicht mit Nerven in Verbin-dung stehen und mannigfache Nebenfunctionen zu leisten haben; siedienen zur Stütze der Sinneszellen, können beim Auge Pigment enthalten,beim Gehörorgan die „Hörsteine" tragen usw. Man kann sie mit demallgemeinen Namen „Stützzellen" belegen.

2. Bindesubstanzen.

Histologisch genommen, gibt es keinen größeren Unterschied alszwischen Epithelien einerseits und Bindesubstanzen andererseits; gehörenjene der Oberfläche an, so finden sich diese im Innern des Körpers;spielen bei jenen die Zellen die Hauptrolle, so sind sie umgekehrt beidiesen von untergeordneter Bedeutung gegenüber den Plasmaprodukten,den „Intercellularsubstanzen", welche den Charakter der verschie-denen Bindesubstanzarten vornehmlich bedingen.

Trotz dieses Gegensatzes hängen die Bindesubstanzen mit demEpithel genetisch zusammen. Bei Tieren, deren Körper anfänglich nuraus Epithelien besteht, kann man durch direkte Beobachtung den Zu-sammenhang erweisen. Die Epithelien scheiden auf ihrer inneren Seite