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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie. 47

Entwicklungsgeschichte synthetisch verfährt, so schließt sie sich bei ihrerDarstellung nur den Vorgängen an, welche sich in der Natur abspielenund der direkten Beobachtung zugängig sind.

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I. Allgemeine Anatomie.

Den AusdruckBestandteile des tierischen Körpers" kann man indoppeltem Sinne anwenden. Man kann von Mischungsbestandteilenreden: das sind die chemischen Verbindungen, welche die Gewebe bilden;sie sind Gegenstand der Tierchemie und können daher hier übergangenwerden. Man kann aber ferner auch von Formbestandteilen destierischen Körpers reden: das sind die Zellen. Diese und ihre Um-bildung zu Geweben, Organen und ganzen Tieren sind für uns von vielgrößerer Bedeutung.

1. Die Formbestandteile des tierischen Körpers.

Die Lehre von den Formbestandteilen der organischen Körper hateine feste Grundlage erst durch die Zellentheorie gefunden. Jede wissen-schaftliche Tier- und Pflanzenanatomie muß daher von der Zellenlehreihren Ausgangspunkt nehmen.

Der Begriff der Zelle, wie er in der Morphologie der Tiere undpflanzen eingebürgert ist, hat im Laufe der Zeit viele Wandlungen er-ahren, welche man einigermaßen kennen muß, um Namen und Begriffvollkommen zu verstehen. Als Hook er, Mar cell o Malpighi undNehemiah Grew im 17. Jahrhundert den Namen in die Pflanzenanatomieeinführten, verstanden sie darunter kleine Kämmerchen, umgeben vonfesten Wandungen und von Luft oder flüssigem Inhalt erfüllt. DieseErkenntnis wurde am Anfang des 19. Jahrhunderts zu der Lehre er-weitert, daß die Zelle die anatomische und physiologische Einheit desWlanzenkörpers se j j aug deren Umwandlung alle übrigen Teile sich bilden.-jjür die weitere Entwicklung der Zelltheorie wurde es von großer Be-deutung, daß der englische Botaniker Brown im Innern der Zelle ein8 dahin übersehenes Körperchen, den Nucleus oder Zellkern, auf-and. Diese Entdeckung veranlaßte Schieiden, welcher im übrigen andem überkommenen Zellbegriff festhielt, zu einer neuen, sachlich durchausverfehlten Theorie der Zellentstehung, daß sieh in einer Art Mutterlauge,c em Cystoblastem, zunächst ein Korn bilde, das Kernkörperchen, daß umleses Korn eine Niederschlagsmembran entstehe, die Kernmembran, undu m den damit fertiggestellten Kern eine weitere Niederschlagsmembran,die Zellmembran. So sei für die Entstehung der Zelle der Kern vonder allergrößten Bedeutung.

Da in dem Körper der Tiere die Kerne der Zellen am leichtesten

gefunden werden und auch jetzt noch zur Orientierung über das Auftreten

er Zellen vornehmlich benutzt werden, so ist es verständlich, daß die

ehleidensche Lehre, welche den Zellkern so sehr in den Vordergrund

' eilte, für Schwann Veranlassung werden konnte, die Zellentheorie auf

as Tierreich zu übertragen und damit zu einein allgemeingültigen Prinzip

Geschichte

der Zell-theorie.