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Lehrbuch der Zoologie
Entstehung
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Darwins Th

eone von

der Abstammung der Arten.

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rniinal-

selcction.

Wichtiger sind die an erster Stelle genannten Einwände; sie habenzur Auffassung geführt, daß das Selectionsprinzip zum mindesten unzu-reichend ist, um für sich allein schon die Entstehung neuer beständigerund der Umgebung zweckmäßig angepaßter Formen zu erklären; undso wurden neue Theorien aufgestellt, ältere Theorien wieder in denVordergrund geschoben, teils um die Selectionstheorie ganz zu beseitigen,teils um Lücken in der Kette ihrer Beweisführung auszufüllen. Derenge Rahmen dieses Lehrbuchs gestattet nur, auf die wichtigsten einzu-gehen, und zwingt mich auf die Erörterung zu verzichten, ob dieseTheorien die Darwinsche Lehre ergänzen oder auch nur mit ihr verein-bar sind, oder ob sie dieselbe ausschließen.

WeismannsGerminalselection" ist nach den Ansichten ihres <;<;Begründers nur eine Ergänzung der Lehre von der natürlichen Zucht-wahl, derPersonalselection"; sie setzt eine genaue Kenntnis dermodernen Erfahrungen auf dem Gebiete der Vererbungs- und Befruch-tungslehre (vergl. Kapitel Befruchtung) voraus und kann daher hier nurskizziert werden. Weismann hält es für sicher, daß alle Variationen,welche durch den Kampf ums Dasein ausgelesen und im Laufe vonGenerationen fixiert werden, ihrer Anlage nach schon im Keim und, dadieser bei der Befruchtung aus der Vereinigung einer männlichen undeiner weiblichen Geschlechtszelle entsteht, in letzter Instanz in diesenenthalten sein müssen. Jede Keimesanlage besteht aus zahllosen Einzel-anlagen für die Eigenschaften des Organismus, denDeterminanten".Je nachdem gewisse Determinanten sich auf Kosten anderer stärker ent-wickeln oder abgeschwächt oder verändert werden, entstehen aus demKeim Organismen mit besonderen Eigenschaften oder Variationen. Sindeinmal besonders geartete Determinanten in größerer Zahl in eine be-stimmte Variationsrichtung geraten, so hält dieselbe an, so daß die»Personalselection" Zeit hat, Einfluß zu gewinnen.

Eine intensive Umgestaltung der Darwinschen Lehre beabsichtigt Mutationsdie Mutationstheorie von de Vries. Derselbe erhielt bei der Massen-kultur der Nachtkerze Oenothera lamarckiaiia außer Pflanzen vom La-uiarckiana-Typus eine nicht unbeträchtliche Minderheit von Formen, welchesich in ganz charakteristischer und bedeutsamer Weise von der Mutter-pflanze unterschieden und sich zu verschiedenen scharf umgrenzten Formen-kreisen gruppieren ließen, der Oe. gigas, Oe. nanella, Oe. scintittans etc.,wie de Vries sie nannte. Diese Formenkreise verhielten sich ganzwie neue sogenanntekleine Arten", insofern alle Zwischenformen fehltenund insofern sie in Reinkultur gezüchtet, immer nur Individuen gleicherBeschaffenheit erzeugten. Derartige, plötzlich auftretende, erheblich von( ler Mutterform unterschiedene, scharf umschriebene und von Anfang anvollkommen erbliche Variationen nennt de Vries Mutationen. Mankennt sie schon seit längerer Zeit unter dem Namen dersprungweisen^ ariationen". Während man sie aber bisher als einen besonderen Fall«er allgemeinen Variabilität behandelte, hält de Vries sie für etwasprinzipiell Verschiedenes: die geringfügigen Variationen, mit denen derDarwinismus bisher mit Vorliebe operierte, sollen um einen mittlerenhäufigsten Zustand, wie ein Pendel um seine Gleichgewichtslage, oscillierenund keine dauernden Veränderungen hervorrufen; auch bei der Domesti-cation sei es nicht möglich, durch fortgesetzte Auslese die geringfügigenUnterschiede fluktuierender Varietäten zu steigern und zu konstanterErblichkeit zu befestigen; dagegen würden durch die Mutationen stabileZustände geschaffen, welche zu dauernden werden, wenn gewisse Muta-

theorie.