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Lehrbuch der Zoologie
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Darwins Theorie von der Abstammung der Arten.

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durch rein zufällige Einflüsse vernichtet werden. Im großen und ganzenwerden jedoch am meisten den drohenden Gefahren diejenigen Individuenentgehen, welche am besten geschützt sind. Geringe Vorteile im Bauwerden bei diesem Ringen um die Existenz von Wichtigkeit werden undden Trägern derselben vor ihren Artgenossen einen Vorzug gewähren,ebenso wie bei der Domestication jedes dem Menschen'gefallende odernützlich dünkende Merkmal eines Haustieres diesem zum Vorteil gereicht.Unter den vielerlei zufällig auftretenden Varietäten werden die passendenerhalten werden und im Laufe vieler Generationen durch Summation sichsteigern, während die ungeeigneten Varietäten der Vernichtung anheim-fallen. So werden sich-neue Formen bilden, welche dernatürlichenAuslese im Kampf ums Dasein" ihre Existenz verdanken.

Der AusdruckKampf ums Dasein" ist ein bildlicher. Denn nurm seltenen Fällen wird ein aktiver, bewußter Kampf über die Existenz-aussichten eines Tieres entscheiden, wie z. B. bei den Raubtieren, wodiejenigen, welche ihren Mitbewerbern vermöge ihrer Körperstärke dieBeute streitig machen können, bei beschränkter Nahrung am besten ge-deihen werden. Viel häufiger ist das unbewußte Kämpfen; jeder Mensch, «welcher sich selbst eine günstigere Stellung durch besondere Intelligenzund Tatkraft erringt, beschränkt zahlreichen seiner Mitmenschen in glei-chem Maße die Lebensbedingungen, mag er sich noch so sehr der Hu-manität befleißigen. Die Beutetiere, welche durch besondere List oderSchnelligkeit ihren Verfolgern entgehen, sind die Ursache, daß die Freß-gier der Feinde sich auf ihre minder begünstigten Artgenossen konzen-triert. Häufig kann nicht einmal von einem Wettbewerb die Rede sein,so z. B. wenn bei einer schweren Epidemie gewisse Menschen der Krank-heit nicht zum Opfer fallen, weil ihre Organisation der Infektion wider-steht oder die Krankheit besser verträgt. Hier würde sich der AusdruckÜberleben des Passendsten", den Spencer für den AusdruckKampf»ms Dasein" vorgeschlagen hat, viel besser eignen.

Obwohl schon die vorgetragenen allgemeinen Betrachtungen ge-w g i Gn ' Um zu beweisen, daß der Kampf ums Dasein in der organischen

Welt

eine ganz ungeheure Rolle spielt, so wollen wir doch bei der

vvicntigkeit des Gegenstandes seine Existenz noch an einigen concretenBeispielen erläutern. Die im vorigen Jahrhundert aus Asien einge-drungene Wanderratte (Mus decumanus) hat im Lauf der seitdem ver-flossenen Zeit die in Europa einheimische Hausratte (Mus rattus) fastvollkommen vernichtet und fährt fort, ihr in anderen Weltteilen ebenfallsdie Existenz unmöglich zu machen. Einige europäische Distelarten habensich in den La-Plata-Staaten so enorm vermehrt, daß sie stellenweisedie einheimischen Pflanzen vollkommen verdrängt haben. Eine andereeuropaische Pflanze (Hypochoeris radicata) ist in Ken-Seeland zu einemalles überwuchernden Unkraut geworden. Gewisse Menschenrassen, wieramdas und Indianer, sterben in demselben Maße aus. als andereMenschenrassen, wie Kaukasier, Mongolen und Neger, sich ausbreiten. e mehr man in der erläuterten Weise in das unendlich komplizierte Ge-webe der Beziehungen der Tiere zu einander, der Tiere zu den Pflanzenund den klimatischen Verhältnissen einzudringen versucht, wie es Darwingetan hat, um so mehr wird man die Wirkungsweise des Kampfes umsasein würdigen lernen. Dann wird man auch auf viele äußerst inter-essante Erscheinungen aufmerksam werden, welche durch die Lehreom Kampf ums Dasein ihre Erklärung finden, während die sonst unver-ständlich sem würden. -- Inseln,. welche mitten im Ozean gelegen sind,

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