36
Darwins Theorie von der Abstammung der Arten.
besitzen unverhältnismäßig viele ungeflügelte Insectenarten, weil geflügelteFormen vom Sturm leicht ins Meer verweht werden. Auf den vom
Sturm besonders
heimgesuchtenKerguelen z. B.sind sämtliche In-secten flügellos,
darunter eineSek m etterlings-art, mehrere Flie-gen, zahlreicheKäfer. Am inter-essantesten abersind die Fälle von
sympathischerFärbung und vonMimicry und dieEntwicklung der
Geschlechts-charaktere infolge
der sexuellenZuchtwahl.
Fig. 11. Blatt-
schmetterlinge. A Cal-lima paralecta ', flie-gend, a sitzend (nachWallace). B Siäeronestrigosa, fliegend,b sitzend (nach C.Sterne).
Sym-pathischeFärbung.
Mimicry.
1. Sympathische Färbung nennt man die Erscheinung, daß sehrhäufig in Gegenden, welche dauernd oder vorübergehend eine einheitlicheFärbung haben, das Kleid der Tiere durch die gleiche oder mindestenseine sehr ähnliche Färbung ausgezeichnet ist. Bewohner der Schnee-region sind weiß gefärbt; Wüstentiere haben die fahlgelbe Farbe derWüste; Tiere, welche im oberflächlichen klaren Seewasser leben, sindkrystallartig durchsichtig. Angehörige der verschiedensten Tierstämmezeigen dieselbe Erscheinung. Die Vorteile, die damit verbunden sind,bedürfen kaum der Erläuterung; jedes Tier, mag es Ursache haben, sichvor seinen Verfolgern zu verbergen, oder darauf angewiesen sein, sichseiner Beute unbemerkt zu nähern, wird hierzu um so befähigter sein,je mehr es seiner Umgebung gleicht. Jeden nach dieser Richtung sichergebenden Vorteil wird die natürliche Auslese festhalten und im Laufevieler Generationen steigern.
2. Auf dasselbe Prinzip ist die ,,Mimicry" zurückzuführen, nurdaß die Nachahmung sich hier nicht auf die Farbe beschränkt, sondernauch Gestalt und Zeichnung beeinflußt. Außerordentlich häufig werdenPflanzenteile nachgeahmt, seien es Blätter, seien es Stengel. GewisseTagschmetterlinge mit prächtig gefärbten Flügeloberseiten (Fig. 11) ent-