Darwins Theorie von der Abstammung der Arte
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nahezu ganz verdrängen konnten, hat sich in dem isolierten Australiendieser Fortbildungsprozeß nicht vollzogen und sich ein altertümlicherfaunistischer Charakter erhalten. 2. Wie Wallace gezeigt hat, zerfälltder Malaiische Archipel faunistisch in eine östliche und westliche Hälfte.Die Tierwelt der ersteren trägt durchaus einen australischen Charakter,die Tierwelt der letzteren erinnert dagegen an Hinterindien und dieorientalische Tierprovinz. Unterschiede im Klima und der Vegetationsind nicht die Ursache der Erscheinung. Denn in beiden Hälften gibtes Inseln mit trockenem und feuchtem Klima, mit spärlicher und üppigerVegetation. Die Ursache kann nur darin gesucht werden, daß die öst-lichen Malaiischen Inseln sich im Zusammenhang mit Australien, diewestlichen sich im Zusammenhang mit Asien geologisch entwickelt haben.Wallace suchte zwischen beiden Zonen eine scharfe, zwischen den InselnBali und Lombok durchschneidende Grenze zu ziehen. Die Unter-suchungen der Neuzeit haben zwar die Existenz einer scharfen Trennung,der sog. Wallaceschen Linie, nicht bestätigt, wohl aber gezeigt, daßzwischen beiden Faunengebieten sich eine Inselzone hinzieht, in welchereine Vermengung beider Tierwelten stattgefunden hat. Zu derselbengehört vor allem Celebes. 3. Lange Zeit vor Darwin hat schon derberühmte Geologe Leopold von Buch aus der Verbreitung der Pflanzenauf den Kanarischen Inseln den Schluß auf eine Umbildung der Artenzu neuen Arten gezogen; auf Inseln entwickeln sich in abgeschlossenenTälern besondere Arten, weil hohe Gebirgskämme Pflanzen mehr scheidenals weite Meeresstrecken. Für Käfer und Schnecken hat Moriz Wagnerviele Beispiele gesammelt, daß das Verbreitungsgebiet einer Art scharfmit einem breiten Fluß oder einem Gebirgskamm abschneidet, währendim Nachbargebiet eine nahe verwandte, sogenannte vicariierende Art auf-tritt. Auch der eigenartige Charakter der Fauna und Flora isolierterInselgruppen verdient hier Beachtung. Die Hawaiischen Inseln be-sitzen unter 11(5 Vogelarten nicht weniger als 70 endemische, d. h. um-hört vorkommende Arten, die Galapagos-Inseln sogar unter 108 Arten<S4 endemische.
Die Darwinsche Theorie, soweit wir sie bisher kennen gelerntCausaie b,-liaben. gleicht in ihren Grundzügen den Descendenztheorien, wie sie am dfrTesc™-Anfang des vorigen Jahrhunderts von Lamarck und anderen Zoologen ,k ' nzth ™ ri<! -vertreten wurden; sie unterscheidet sich von ihnen nur durch ihre vielumfassendere empirische Begründung und ferner dadurch, daß sie diedurch die Typentheorie widerlegte einreihige Anordnung der Tiere auf-gegeben und durch den „Stammbaum", durch die verzweigte baumartigeAnordnungsweise, ersetzt hat. Weitere Unterschiede ergeben sich in dercausalen Begründung der Descendenztheorie. Die Lehre von denUrsachen, welche die Umbildung der Arten veranlaßt halten, bildetsogar den Kernpunkt der Darwinschen Theorie, durch den sie sichvornehmlich vom Lamarekismus unterscheidet. Um die Umbildungender Arten ursächlich zu begründen, stellte Darwin seine hochbedeutsameLehre von „der natürlichen Zuchtwahl vermöge des Kampfes"m das Dasein", die „Selectionstheorie", auf.
Bei der Entwicklung dieser Lehre ging Darwin von dem engbe-Künstlichegrenzten und daher leicht übersehbaren Gebiet der Domestication, 'der Züchtung unserer Haustierrassen aus. Unsere Haustierrassen, mögensie Abkömmlinge einer Art sein oder durch Kreuzung von zwei oder"'ehr Arten entstanden sein, worüber die Forscher nicht immer derselbenAnsicht sind, verhalten sich jetzt im wesentlichen wie Vertreter einer
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'twig, Lehrbuch der Zoologie. S. Aufl.