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Darwins Theorie von der Abstammung der Arten.
Strang, die Chorda dorsalis. Bei den Fischen und Amphibien existiertdie Chorda dorsalis meist ebenfalls noch; sie ist aber teilweise verdrängtund eingeengt durch die Wirbelsäule, welche bei den niederen Formenaus Knorpel, bei den höheren aus Knochen oder einem Gemisch vonKnochen und Knorpel besteht. Ausgebildete Vögel und Säugetiereendlich haben eine vollkommen verknöcherte Wirbelsäule; ihre Embryonenhaben dagegen auf frühen Stadien nur die Chorda dorsalis (Amphioxus-stadium); später wird die Chorda von der Wirbelsäule eingeengt (Fisch-Amphibienstadium) und schließlich ganz ersetzt; dabei ist die Wirbelsäuleanfangs knorpelig, um erst später zu verknöchern. Vergleichende Ana-tomie und Entwicklungsgeschichte ergeben somit dieselben Entwicklungs-stufen des Achsenskeletts:1. Chorda, 2. Chorda -j- Wir-belsäule, 3. Wirbelsäule, letz-tere zuerst aus Knorpel, dannaus Knochen gebildet.
Fig. 9. Querschnitte durch dieRückengegend von 3 verschiedenalten Tritonenemhryonen (nach0. Hertwig).
I Die Medullaxplatte (Anlagedes Rückenmarks) mp grenzt sichgegen die Haut ep durch dieMedullarfalten mf ah.
II Die Medullarplatte hat sichzu einer Kinne durch Zusammen-neigen der Medullarfalten einge-hogen.
III Die Medullarplatte hat sichzum Rückenmarksrohr geschlossen.
Bezeichnungen : mf Medullar-falten, mp Medullarplatte, n dasaus letzterer hervorgegangene Ner-venrohr, ep Haut (Epidermis), chChorda, mk mittleres Keimblatt(mk l parietales, mk" visceralesBlatt desselben), Ih Leibeshöhle,ush Ursegmenthöhlen, uw Urwirbel,ik inneres Keimblatt, dz Dotter-zellen desselben, dh Darmhöhle.
Wir haben hier von einem Parallelismus zwischen den Erscheinungender vergleichenden Anatomie und der Entwicklungsgeschichte gesprochen.Tatsächlich sollte man aber eine dreifache Parallele erwarten. Dennden Lehren der Descendenztheorie zufolge ist die systematische Anord-nung der lebenden Tiere und der Entwicklungsgang jedes Einzeltieresdurch einen dritten Faktor, die historische Entwicklung der Tierwelt oderdie Phylogenese, bedingt. Die Marksteine der Phylogenese, die Ver-steinerungen, müssen nun, so sollte man erwarten, in den aufeinander-folgenden geologischen Schichten die gleiche aufsteigende Reihe ergeben,wie die vergleichend-anatomisch und entwicklungsgeschichtlich gefundenenFormzustände. In der Tat kennt man auch Beispiele einer derartigendreifachen Parallele. Die vergleichende Anatomie lehrt, daß die niedersteEntwicklungsform der Schwanzflosse der Fische die diphycerke ist (Figur10 A), daß sich aus ihr die heterocerke (B), aus dieser die homocerkeFlossenform (C und D) ableiten läßt. Entwicklungsgeschichtlich sind