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Lehrbuch der Zoologie
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Darwins Theorie von der Abstammung der Arten.

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raschende Ähnlichkeiten mit den niedersten Wirbeltieren, den Fischen:Anordnungen der Teile, welche sich weder aus der Function seinesKörpers noch aus embryonalen Functionen erklären lassen, aus denLebensbedingungen der Fische dagegen functionell leicht verständlichsind: er hat, wie diese. Kiemenspalten, dieselbe auf Kiemenatmung be-rechnete Beschaffenheit des Herzens und der Artcrienbögen (vergl. auchFig. 516), gewisse Grundzüge in der Entwicklung des Skeletts usw.2. Die Frösche zeigen auf dem Kaulquappenstadium (Fig. 4) eine Orga-nisation, ähnlich der, welche die niedriger stehenden Amphibien, diePerennibranchiaten, dauernd' besitzen (Fig. 5); sie haben einen Ruder-schwanz und büschelförmige Kiemen, welche dem ausgebildeten Froschefehlen. 3 Es gibt gewisse parasitische Krebse, welche auf den Kiemenvon Fischen leben und den übrigen Krebsen gar nicht ähnlich sehen.Sie sind unförmliche Klumpen, die man früher für parasitische Würmergehalten hat. Ihre systematische Stellung wurde erst mit Hilfe der Ent-wicklungsgeschichte aufgeklärt (Fig. 7). Hier zeigt sich, daß sie das beiden Crustaceen weitverbreitete Naupliusstadmm (Fig. Ja) durchlautenund daß sie dann eine Gestalt (Fig. 7 b) annehmen, welche an gewissekleine, im Süßwasser weitverbreitete Krebse der Gattung Cyclops (Fig. 6)erinnert Häufig macht das Männchen auf demCyclopsstadium" Halt,und das Weibchen entwickelt sich allein zu dem unförmlichen Klumpet)weiter, so daß ein ganz autfallender Dimorphismus der Geschlechter be-steht (Fig 8) Alle diese Beispiele, die man leicht zu Hunderten ver-mehren könnte, lassen sich in derselben Weise erklären. Die entwickel-teren Formen durchlaufen die Organisationsstufen der minder entwickelten,weil sie von Vorfahren stammen, welche den letzteren ähnlich gewesensind. Der Mensch durchläuft in seiner Entwicklungsgeschichte das Fisch-stadium der Frosch das Perennibranchiatenstadium, der parasitische Krebszuerst das Nauplius- und dann das Cyclopsstadium, weil ihre Vorfahreneinmal Fisch-ähnlich, Perennibranchiaten-ähnlich, Cyclops-ähnhch gewesensind Es äußert sich hier eine allgemeine Erscheinung, welche Haeckelunter dem Namenbiogenetisches Grundgesetz" in einen generalisieren- ^^den Satz gefaßt hat:Die Entwicklungsgeschichte eines Tieres (die Onto- G rund g e S etzgenie) ist die kurze Rekapitulation seiner Stammesgeschichte (Phylogenie),d. h. die wichtigsten Organisationsstufen, welche seine \ orfahren durch-laufen haben, treten, wenn auch etwas modifiziert, in der Entwicklungdes einzelnen Tieres auf." .

Das biogenetische Grundgesetz läßt sich ebenso schön für einzelneOrgane wie für ganze Tiere durchführen. Das Centralnervensystem derniederen Tiere (der Echinodermen, Cölenteratcn, vieler Würmer) bildeteinen Teil der Haut- es gehört bei seinem ersten Auftreten der Körper-oberfläche an weil es die Beziehungen des Organismus zur Außenweltzu vermitteln' hat Bei höher organisierten Tieren dagegen, z. P». denWirbeltieren liegen Hirn und Rückenmark tief in das Innere des Körperseingebettet-'beim Embryo aber werden sie hier ebenfalls als ein Teilder Haut (als Medullarplatte) angelegt, und erst allmählich werden siedurch Einfaltung und Abschnürung von der Haut aus in das Innereverlagert. Man' kann diese Verlagerung auf Querschnitten durch dieRückengegend verschieden alter Embryonen für jedes Wirbeltier beweisen(Figur 9).

Ein weiteres Beispiel sei das Skelett der Wirbeltiere. Bei denniedersten Wirbeltieren, dem Amphioxus und den Cyclostomen, fehltdie Wirbelsäule und an ihrer Stelle findet sich ein cylindrischer (lewebs-

Biogene-tisches