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Lehrbuch der Zoologie
Entstehung
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Darwins Theorie von der Abstammung der Arten.

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möglich machten, so muß einmal «las Leiten auf ihm neu entstandensein, entweder durch einen Schöpfungsakt oder auf natürlichem Wegedurch Urzeugung. Nehmen wir dem Geiste der Naturwissenschaftenentsprechend zur Erklärung natürlicher Dinge nur Naturkräfte zu Hilfe,so werden wir notgedrungen zur Hypothese der Urzeugung geführt:«laß aus nicht belebten Stoffen durch eine geeignete Vereinigung derselbendie komplizierte Substanz, welche Trägerin der Lebensfunctionen ist, ent-standen ist. Auch diese Hypothese setzt voraus, daß die ersten Orga-nismen den denkbar einfachsten Bau besessen haben.

Vom Boden der Tatsachen ausgehend, sind wir durch Verallgemeine-rung der Schlüsse zu einer einheitlichen Vorstellung von der Entstehungiles Tierreichs gelangt, haben uns aber in gleichem Maße von den Er-gebnissen der unmittelbaren Beobachtung entfernt. Die Beobachtungläßt nur erkennen, daß die Arten umbildungsfähig sind; daß diese Um-bildungsfähigkeit ein universelles Prinzip ist, welches uns die Entstehungder Tierwelt erklärt, dazu bedarf es weiterer Beweise.

Die Entwicklung der jetzt lebenden Tierwelt ist ein Prozeß, welcher Beweise derin längst vergangenen Jahrtausenden gespielt hat, welcher einer direkten PhyiofBeobachtung nicht mehr zugängig ist und daher auch niemals in demSinne bewiesen werden kann, wie wir die individuelle Entwicklung einesOrganismus aufklären können. Man kann für «lie Annahme einer ein-heitlichen Abstammung der Tiere nur den Wahrscheinlichkeitsbeweisführen, indem man zeigt, daß die unserer Beobachtung zugängigen Tat-sachen nicht nur mit dieser Annahme harmonieren, sondern auch durchsie ihre einheitliche Erklärung fimlen. Solche Tatsachen liefert uns dasSystem der Tiere, die Paläontologie, die Tiergeographie, die vergleichendeAnatomie und «lie vergleichende Entwicklungsgeschichte.

1. Es ist eine schon seit längerem anerkannte und in der Neuzeit a>sy Stimmer mehr bestätigte Erscheinung, daß, wenn man die Verwandtschafts-verhältnisse der Tiere, ihrer Klassen, Ordnungen, Gattungen und Artengraphisch ausdrücken will, die einfache Koordination und Subordinationnicht ausreicht, sondern daß man eine baumförmige Anordnung wählenmuß, eine Anordnung, in welcher die Hauptstänime von den einandernäher oder entfernter verwandten Hauptabteilungen, den Stämmen, Phylenoder Typen dargestellt werden, während die feineren Verästelungen den.jedesmaligen Klassen, Ordnungen usw. entsprechen. DerStammbaum"

ist nun in der Tat die Anordnung, zu welcher die ©escendenztheorie,wie wir oben gesehen haben, mit Notwendigkeit führt.

2. Die paläontologische Beweisführung würde sich am meistent>) Paiäontodem, was man direkte Beweisführung nennen könnte, nähern. Denn die log w*se. Be "Paläontologie lehrt uns die letzten Existenzspuren, welche die Vorläufer

der jetzigen Tierwelt hinterlassen haben, kennen. Indessen muß manberücksichtigen, daß auch hier sich ein hypothetisches Element in denCharakter der Beweisführung einschleicht. Wir können nur beobachten,laß mancherlei Formzustände einer Tiergruppe in verschiedenen, auf-einanderfolgenden Erdschichten enthalten sind; wenn wir diese Form-zustände in einer Entwicklungsreihe anordnen und uns «lie jüngeren ausden älteren durch Umbildung entstanden denken, so verbinden wir dieFinzelbeobachtungen durch eine allerdings sehr wahrscheinliche Hypothese. Viel me hr wird aber der Wert der paläontologischen Urkunde durchihre außerordentliche Unvollständigkeit herabgesetzt. In Versteinerungenerhalten sich im allgemeinen nur die Hartgebilde der Tiere: die Weich-teile dagegen, welche bei vielen Stämmen allein vorhanden sind oder

ema-tische-weise