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Einleitung.
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Morphologie.
Ver-gleichendeAnatomie.
und Abstammungslehre) in Zusammenhang gebracht wird. Diese Auf-fassungsweise ist im Laufe der letzten 5 Dezennien mehr und mehr inden Hintergrund gedrängt worden. Der Ehrgeiz, möglichst viele neueFormen besehrieben zu haben und durch ausgebreitete Artenkenntniszu glänzen, gehört einer vergangenen Zeit an; vorübergehend hat mansogar die Systematik mehr als billig vernachlässigt. Um so mehr be-herrschen Morphologie und Physiologie das Arbeitsgebiet desZoologen.
Die Morphologie oder die Formenlehre beginnt mit der Erschei-nungsweise der Tiere und hat zunächst alles zu beschreiben, was äußer-lich erkannt werden kann, wie Größe, Farbe, Proportion der Teile. Daaber die äußere Erscheinung eines Tieres sich nicht verstehen läßt ohneKenntnis der inneren, die äußere Form bedingenden Organe, so mußder Morphologe sich diese mit Hilfe der Zergliederung, der Anatomie(Zootontie), ebenfalls zugängig machen und nach ihrer Form und Ver-bindungsweise schildern. Er macht mit dieser Untersuchung nicht eherHalt, als bis er an den morphologischen Elementen oder den kleinstenFormeinheiten des tierischen Körpers, den Zellen, angelangt ist. Überallhat es der Morphologe hierbei mit Formverhältnissen zu tun: nur dieHilfsmittel, mit denen er Einblick in dieselben gewinnt, sind verschieden,je nachdem er durch unmittelbare Beobachtung oder nach vorhergegan-gener Zergliederung mit Messer und Schere oder durch Anwendung desMikroskops die Erfahrungen sammeln muß. Daher ist es nicht gerecht-fertigt. Morphologie und Anatomie einander gegenüberzustellen understerer nur die Beschreibung der äußeren, letzterer die Schilderung derinneren Teile zuzuweisen. Diese Unterscheidung ist logisch nicht auf-recht zu erhalten, da die Art der Erkenntnis und die geistige Methodeder Forschung in beiden Fällen die gleichen sind; die Unterscheidungist außerdem unnatürlich, da Organe, welche gewöhnlich im Inneren desKörpers liegen und zu ihrer Erkenntnis eine anatomische Präparation ver-langen, in vielen Fällen der Körperoberfläche angehören und einer direktenBeschreibung zugängig sind, da ferner manche Tiere vermöge ihrerDurchsichtigkeit auch in ihren inneren Teilen ohne Zergliederung durch-forscht werden können.
Wie nun für jede Wissenschaft, so gilt auch für die Morphologieder Satz, daß die Anhäufung von Beobachtungsmaterial nicht ausreicht,um ihr den Charakter einer Wissenschaft zu geben, daß es dazu viel-mehr noch der geistigen Verarbeitung bedarf. Eine solche wird durchdie Vergleichung der anatomischen Befunde erzielt. Der Morphologevergleicht die Tiere untereinander nach ihrem Bau, um zu ermitteln,was von Organisation überall wiederkehrt, was nur auf enge Kreise, viel-leicht nur auf die Repräsentanten einer Art beschränkt ist. Er erzieltdabei einen doppelten Gewinn; erstens erhält er Einblick in die Verwandt-schaftsverhältnisse der Tiere und damit die Grundlage für eine natürlicheSystematik; zweitens weist er eine die Organismen beherrschende Gesetz-mäßigkeit nach. Der einzelne Organismus ist nicht ein Gebilde, welchesfür sich entstanden und daher auch vollkommen aus seinen Lebens-erscheinungen erklärbar ist; er steht vielmehr in einem gesetzmäßigenAbhängigkeitsverhältnis zu den übrigen Gliedern des Tierreichs. Mankann seinen Bau nur verstehen, wenn man ihn mit näher und weiterverwandten Tieren, z. B. den Menschen mit den übrigen Wirbeltierenund manchen niederen wirbellosen Formen, vergleicht. Es handelt sichhier um eine der rätselhaftesten Erscheinungen in der Organismen weit,