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1 (1907) Qualitative Analyse
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3. Das Aufschließen mit Flußsäure

wendet man hauptsächlich dann an, wenn das Silikat auf Alka-lien, Titansäure, Baryum untersucht werden soll und verfährtdabei wie folgt: Man verset zt das feingepulverte Silikat in einerPlatinschale mit ca. 2 ccm reiner Schwefelsäure (1 vol. konzentrierteSchwefelsäure -J- 2 vol. Wasser) und ca. 5 ccm frisch destillierterFlußsäure und verdampft im Wasserbade, indem man die Masse vonZeit zu Zeit mit einem dicken Platindraht umrührt, bis der Geruchvon Flußsäure nicht mehr wahrgenommen werden kann. Hierauffügt man noch 5 ccm Flußsäure hinzu und verdampft wieder;schließlich erhitzt man die Schale sorgfältig über freier Flammeunter gut ziehender Kapelle, bis der größte Teil der überschüssigenSchwefelsäure verjagt ist. v ) Nach dem Erkalten behandelt man dieMasse mit Wasser, wobei meistens, nach einiger Digestion im Wasser-bade, alles in Lösung geht. Ein eventuell bleibender Rückstand istauf Baryumsulfat und Titansäure zu prüfen. Die Lösungdient zur Prüfung auf Alkalien, kann aber auch zur Prüfung aufdie übrigen Metalle verwendet werden.

Reaktionen auf trockenein Wege.

Erhitzt man etwas Kieselsäure oder Silikat in der Phosphor-salzperle, so lösen sich die Metalloxyde auf, während die Kiesel-säure meist als weiße, gallertartige Masse (Kie selskelett) in der Perlesuspendiert bleibt. Man darf sich indessen nie auf diese Reaktionallein verlassen, weil sich einige Silikate der Zeolitgruppe in derPerle klar auflösen, ohne ein Skelett zu bilden.

Silicium = Si. At.-Gew. = 28-40.

Das Silicium kann in zwei Modifikationen erhalten werden,einer amorphen und einer kristallinischen. Das amorphe Siliciumstellt ein dunkelbraunes Pulver dar, das, an der Luft erhitzt, oxy-diert worden kann; das kr istall i n i s c h e Silicium aber bleibtbeim Glühen an reiner Luft o der auc h in Sauerstoff unverändert ;beim Glühen in kohle ndi oxydha ltiger Luft wird es unter Abscheidungvon Koh lenstoff zu Siliciumdioxyd oxydiert:

C0 3 -j- Si = Si0 2 -j- c

Das kristallisierte Sili cium wird von keiner Säure, auch nichtlöst

von Flußsäu

angegri ffen,

sich aber leicht beim Kochen

*) Hiebei darf die Masse ja nicht glühen, weil sonst ein Teil der ent-standenen Sulfate leicht in Oxyde übergeführt würde, die in Wasser unlös-lich sind. Ich erinnere an das Verhalten des Eisen- und Aluminiumsulfates.