Druckschrift 
1 (1907) Qualitative Analyse
Entstehung
Seite
342
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

342

und fügt etwas Phenolphtalein hinzu, wodurch sich die Lösung rotfärbt. Nun setzt man Salzsäure sorgfältig, unter beständigem Um-rühren, bis zur Entfärbung hinzu und erhitzt zum Sieden,wobei die Lösung wieder rot wird. Nach dem Erkalten entfärbtman wieder sorgfältig mit Salzsäure etc., bis nach dem Kochen dieLösung nur noch schwach rosa gefärbt wird.

Nun setzt man Calciumchlorid hinzu und kocht. Der ent-stehende Niederschlag, bestehend aus Calciumkarb o nat undCalciumfluorid, wird abfiltriert, gewaschen, getrocknet, imPlatintiegel geglüht, hierauf mit verdünnter Essigsäure behandelt,zur Trockene verdampft, mit Wasser versetzt und das ungelöstbleibende Calciumfluorid abfiltriert, getrocknet, samt dem Filter ver-ascht und mit dem erhaltenen Rückstand die Atzprobe vorgenommen.

4. Sübernitrat erzeugt aus löslichen Fluoriden keine Fällung.

5. Baryumchlorid erzeugt in neutraler Lösung von Älkali-fluoriden sowie in freier Flußsäure eine dicke, voluminöse Fällungvon Baryumfluorid, das in großen Mengen von Mineralsäure löslichist. Übersättigt man die saure Lösung mit Ammoniak, so wirdkein Baryumfluorid gefällt, nicht einmal beim Kochen der Lösung,weil das Baryumfluorid (wie das Calciumfluorid) in viel Ammonsalzlöslich ist.

OS. Calciumchlorid erzeugt eine weiße, schleimige Fällung,schwer löslich in Salz- und Salpetersäure, fast unlöslich in Essig-säure. Das gefällte Calciumfluorid ist wegen seiner schleimigenBeschaffenheit außerordentlich schwer zu filtrieren; daher fällt manes immer bei Gegenwart von Calciumkarbonat und erhält so eineleicht filtrierbare Mischung, welche nach dem Glühen und Behandelnmit Essigsäure wasserlösliches Erdalkaliacetat und Erdalkalifluoridenthält, das durch das Glühen dichter und leicht filtrierbar ge-worden ist.

7. Ferrichlorid erzeugt in konzentrierten Lösungen von Fluor-alkalien weiße, kristallinische Niederschläge von der allgemeinenFormel ([FeF,.]X 3 ). Die Salze, die dem Kryolith ([AlF 6 ]Na 3 ) analogsind, sind schwer löslich in Wasser. Die konzentrierte, wässerigeLösung dieser Salze zeigt auf Zusatz von Rhodankalium, die Eisen-reaktion (Seite 102) nicht, sondern erst auf Zusatz von Mineral-säuren. Diese komplexen Fluoride werden durch Ammoniak nurunvollständig zersetzt, indem sich basische Fluoride abscheiden.

Aufscliließung von unlöslichen Fluoriden.

a) Fluorcalcium läßt sich durch Schmelzen mit Natriumkarbonatnicht vollständig aufschließen. Der wässerige Auszug der Schmelze