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der Technik zum Ätzen von Glas, in der analytischen Chemie zumNachweis des Fluors und der Kieselsäure, und ebenso zur Auf-schließung von Silikaten dient.
Wegen der leichten Angreifbarkeit des G-lases muß die Fluß-säure in Platin-, Wachs- oder Hartgummiflaschen aufbewahrt und inPlatin- oder Bleigefäßen dargestellt werden.
Die Auflösung der Kieselsäure in Flußsäure erfolgt nach der
Gleichung:
SiO«,
4 HF = 2 H 2 0 -f SiF 4
und die Geschwindigkeit des Angriffs ist, je nach dem Grad derVerteilung der Kieselsäure, sehr verschieden.
So fand Mackintosh 1 ) bei der Einwirkung von 9°/ 0 igerFlußsäure im Überschuß auf Quarz- und Opalpulver, daß der Quarznach einer Stunde l'56°/ 0 , der Opal dagegen 77-28°/ 0 seines Ge-wichtes verloren hatte.
Übergießt man gefällte und geglühte Kieselsäure mit starkerFlußsäure, so löst sie sich fast momentan unter Zischen und starkerErwärmung auf, während Quarzpulver nur ganz allmählich inLösung geht.
Die meisten Silikate stehen in Bezug auf ihre Angreifbarkeitdurch Flußsäure, zwischen der gefällten Kieselsäure und dem Quarz,doch gibt es eine Anzahl Silikate, die noch schwerer als Quarz undsogar einige die nur unvollständig durch Flußsäure aufgescblossenwerden.
Die Fluorwasserstoffsäure ist eine schwache einbasische Säure,welche Lackmus- rötet und Fernambukpapier gelb färbt, nach Artaller schwachen Säuren, wie Kohlensäure, Essigsäure etc. Die Lösungder Alkalifluorido reagiert stark alkalisch.
Charakteristisch für die Flußsäure, ist ihre Fähigkeit sich mitFluoriden, unter Erzeugung von sehr stabilen, komplexen Metall-f 1 uqrwas s er stoff säur e n zu verbinden, ganz ähnlich wie dieCyanwasserstoffsäure. So kennt man entsprechend dem Silber-kaliumcyanid:
[Ag(ON) 3 K] : [AgF 2 ]H, [KF 2 ]H, [NaF ä ]H und [(NHJFJHSilberkaliumCyanid
und entsprechend der Ferricyanwasserstoffsäure:
[Fe(CN) 6 ]H 3 : [FeF 6 ]Na 3 , [AlF 6 ]Na 3 u. a. m.Ferricyanwasser-stoffsäure
Abweichend jedoch von den komplexen Cyanverbindungen,deren freie Säuren entweder gar nicht existieren oder höchst unbe-
*) J. B. Mackintosh, Chem. News 54, S. 102.