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1 (1907) Qualitative Analyse
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Salze dieser Kategorie werden also nicht merklichhydrolytisch gespalten.

In der analytischen Chemie steht man häufig vor der Aufgabe,bald den Hydrolysenvorgang möglichst zu befördern, bald möglichstzu verhindern. Wie das geschieht, lehren die Formeln 1 und 2. 1 )

Aus Formel 1 erkennen wir, daß die alkalische Reaktioneines Salzes in wässeriger Lösung von dem Grade der elektro-lytischen Dissoziation abhängig ist:

+MOH^> M -f OH

Aus Formel 2, daß die saure Reaktion von dem Grade derelektrolytischen Dissoziation der Säure abhängt:

+ -SH -> H -f S

Befördern wir also die elektrolytische Dissoziation durch starkeVerdünnung, so befördern wir auch die Hydrolyse. Aber außervon der elektrolytischen Dissoziation ist der Grad der Hydrolysein hohem Maße von der Temperatur abhängig, und zwar wächst ermit zunehmender Temperatur.

Wollen wir also eine hydrolytische Spaltung möglichst quanti-tativ zu Ende führen, so arbeiten wir in sehr verdünnter,heißer Lösung; wollen wir sie möglichst einschränken, so arbeitenwir in konzentrierter, kalter Lösung. In vielen Fällen jedochkann man die Hydrolyse dadurch verhindern, daß man alkalischwerdenden Lösungen noch mehr Alkalihydroxyd, sauer werdendenLösungen, starke Säuren zusetzt. So riecht eine wässerige Cyan-kaliumlösung auf Zusatz von genügend KOH nicht nach Blausäure,was stets der Fall ist bei rein wässerigen Lösungen des festen Salzes.Ebenso gibt eine mit genügend Schwefelsäure versetzte Lösung vonFerrisulfat beim Kochen keine Fällung von basischem Salz, wasohne Zusatz von Schwefelsäure erfolgt.

II. Reaktionen auf trockenem Wege.

Diese Reaktionen finden hauptsächlich bei der sogenanntenVor-prüfung", bei Prüfung der Niederschläge auf Reinheit und bei derUntersuchung der Minerale Verwendung.

Die wichtigsten Reaktionen dieser Art bestehen in der Prüfungeiner Substanz auf:

1. Schmelzbarkeit,

2. Fähigkeit, die nicht leuchtende Gasflamme zu färben,

3. Flüchtigkeit,

4. Verhalten bei der Oxydation und Reduktion.

*) Vergl. Seite 21 und 22.