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Bezeichnet man die Anzahl Molekel unzersetzten Phosphorpenta-chlorides pro Liter mit [PC1 5 ], mit [POL] die Anzahl Molekel Phos-phortrichlorid, mit [01 2 ] die Anzahl Molekel Chlor, so ist der Quotient:
[PCLJ . [Ol,"
[PCI-
bei gleicher Temperatur konstant.
Wollen wir daher Phosphorpentachlorid vergasen, so daß einemöglichst geringe Dissoziation eintritt, so gibt uns obige Gleichung sofortAuskunft, wie man zu verfahren hat. Vergrößert man [PCL,] oder [Cl 2 ],
so muß [PCLJ größer werden, weil
PCI,] . [Ol,
[PCL]
t— =- konstant ist, d. h.
wir vergasen Phosphorpentachlorid in einer Atmosphäre von Phosphor-trichlorid oder auch von Chlorgas. Auf diese Weise fand Würtzdie Dichte des Phosphorpentachlorides zu 6"80—7-42 statt der be-rechneten Zahl 7'2.
In derselben Weise wie eine Dissoziation durch Vergasen statt-finden kann, so kann eine solche beim Lösen eintreten, und zwarnimmt in diesem Falle die Dissoziation mit zunehmender Ver-dünnung- zu. Löst man z. B. das in Staßfurt vorkommende MineralKarnallit (MgCL, KCl -f- 6 H,0) in Wasser und läßt kristallisieren,so wird kein Karnallit mehr ausgeschieden, sondern Chlor-kalium. Der Karnallit ist in der wässerigen Lösung dissoziiert wordenin sehr leicht lösliches Magnesiumchlorid und das verhältnismäßigschwer lösliche Chlorkalium:
MgCl ä , KCl ^t MgCl ä -f KClwelches sich beim Verdunsten der Lösung ausscheidet. Für jedeKonzentration ist der Grad der Dissoziation konstant: Bezeichnet mandie Anzahl Molekel unzersetzten Karnallits pro Liter mit [MgCl,, KCl],die des Magnesiumchlorids mit [MgCL] und die des Chlorkaliumsmit [KCl], so gilt wiederum die Gleichung:[MgCl ä ].[K CI L _[MgCl 3 , KCl] — Konstant -Wollen wir also Karnallit Umkristallisieren, so müssen wir nachobiger Gleichung [MgCLJ oder [KCl] 1 ) vergrößern, wodurch [MgCL,KCl] vergrößert wird. Da aber die Lösung bereits mit Karnallit ge-sättigt ist, so muß jede Vergrößerung von [MgCl 2) KCl] eine Aus-scheidung von Karnallit bedingen. In Staßfurt wird in der Tat dasMineral aus einer 23°/ 0 igen Magnesiumchloridlösung umkristallisiert.Die auf Seite 8 erwähnte Reduktion von Ferrisalzen mittelsJodwasserstoff stellt ebenfalls eine umkehrbare Reaktion dar:
') In Wirklichkeit würde eine Vergrößerung von [KCl] nicht zum Zieleführen, weil das Chlorkalium schwerer löslich ist als Karnallit und als Magne-siumchlorid.