5. Auch der Jodwasserstoff ist ein starkes Reduktions-mittel, indem er leicht in Wasserstoff und Jod zerfällt:
HJ == H + J
Ferrisalze werden auf diese Weise unter gewissen Bedingungen(Seite 10) quantitativ zu Ferrosalzen reduziert:
2 FeCl 3 -f 2 HJ = 2 HCl -f 2 FeCl 2 + J s
Da aber Jod ein Oxydationsmittel ist, so kann unter Um-ständen das Ferrosalz wieder in Ferrisalz verwandelt werden; dieEeaktion wird alsdann nicht quantitativ verlaufen.
Es ist aber für den Analytiker von der allergrößten Wichtig-keit, alle Reaktionen so anzustellen, daß sie möglichst quantitativausfallen.
Wie dies durch Änderung der Versuchsbedingungen erreichtwerden kann, lehrt
Das Gesetz der chemischen Massenwirkung.
Läßt man z. B. auf Phosphortrichlorid in der Kälte Chlor ein-wirken, so bildet sich das feste Phosphorpentachlorid:PC1 3 +C1 2 =PC1 3
Erhitzt man aber das Phosphorpentachlorid, so zerfällt es wiederin Chlor und Phosphortrichlorid:
PC1 5 =PC1 3 + C1 2
Die Reaktion ist demnach umkehrbar, und man bezeichnetdies, indem man die Reaktionsgleichung wie folgt schreibt:
PC1 6 ^t PCL -f Cl 2
Wir benützen statt des Gleichheitszeichens zwei entgegen-gesetzt gerichtete Pfeile, die andeuten, daß die Reaktion im Sinnevon links nach rechts oder aber von rechts nach links verlaufenl. Wie das Phosphorpentachlorid, so gibt es eine sehr großefnzahl anderer Körper, welche beim Erhitzen in ihre Komponentenzerfallen, um beim Abkühlen wieder zur Verbindung zusammen-zutreten.\,f~ St. Ciaire Deville (1857) bezeichnete diese Erscheinung mit
dem Namen Dissoziation. So wird das Chlorammonium beim™^™^jy Vergasen in Ammoniak und Chlorwasserstoff dissoziiert, und zwar■y^Sv^v f*»' nimmt die Dissoziation mit steigender Temperatur zu, um bei ge-fa*t*~~2 J-v^^ftügend hoher Hitze vollständig zu werden. Für jede Temperatury* itJU^- j s | ( ] ag Verhältnis des nichtdissoziierten zum dissoziiertenAnteil konstant.
Kehren wir zu unserem ersten Beispiel, dem Phosphorpenta-chlorid, zurück.
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