— 7
3. Die Reduktion mit Schwefelwasserstoff beruht auf derleichten Spaltung des letzteren in Wasserstoff und Schwefel:
H 3 S = H 2 -f S.
Man wendet diese Methode in der analytischen Chemie nichtoft an, wegen des schwer zu filtrierenden Schwefels. Viele Metallewerden aus schwach saurer Lösung durch Schwefelwasserstoff alsSulfide gefällt. Enthält aber die Lösung zugleich oxydierende Sub-stanzen, wie Salpetersäure, Chlorsäure, Chromsäure etc., so werdendiese durch den Schwefelwasserstoff, unter Abscheidung von Schwefel,reduziert. Das erhaltene Sulfid wird dadurch stark mit Schwefelverunreinigt, was die weitere Untersuchung des ersteren sehr er-schwert. Enthält die Lösung kein fällbares Metall, aber oxydierendeSubstanzen, so fällt dennoch Schwefel aus. Nun kann man imZweifel sein, ob nicht doch dem Schwefel ein Sulfid beigemengtsei, und ist deshalb genötigt, den Niederschlag weiter zu unter-suchen, was erspart bleibt, wenn man die oxydierenden Substanzenvorher zerstört.
Schwefelwasserstoff reduziert:
Halogene
Salpetersäure
Chlorsäure
Ferrisalze
Chromsäure
Permangansäure
H 2 S + Cl 9 = 2 HCl + S
2 HN0 3 -f 3 H 2 S = 4 H 9 0 + 2 NO 4- 3 S
HCIO, + 3 H 2 S = 3 H 9 0 + HCl + 3S
2 FeCl 3 + H 2 S = 2 HCl + 2 FeCl 2 -f S
2 Cr0 3 -f 3 H 2 S = 3 H 2 0 + Cr 2 0 3 + 3 S
2HMn0 4 + 5H 2 S = 6H 2 0-f 2MnO-r-5Su.a.m.
4. Reduktionen mit Zinnchlorih 1 werden meist in saurer Lö-sung vorgenommen: Die Reduktion beruht darauf, daß das Zinn-
dichlorid mit Leichtigkeit in Zinntetrachlorid übergeht
: SnCl 4
Sn _nJ + ci 2
-er
So werden Ferrisalze, Chromate, Permanganate, Merkurisalzeund viele andere reduziert:
2 FeCL, -f- SnCl 2 = SnCl 4 -f 2 FeCl 2gelb farblos grünlich
2 Cr0 3 -f-12 HCl -f- 3 SnCl 2 = 3 SnCl 4 -f 6 H 2 0 -f 2 CrCl 3orange grün
2 HgCl, -f SnCl 2 = SnCl 4 -f Hg 2 Cl äMerkurichiorid weiße Fällung
farblos
Hg 2 Cl 3 4. SnCl 2 == SnCl 4Merkurochloridfarblos
-Hg 2graue Fällung