Druckschrift 
1 (1907) Qualitative Analyse
Entstehung
Seite
6
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

1. Reduktionen mittels naszierenden Wasserstoffs führtman in saurer und alkalischer Lösung aus.

a) In__s^urer_Lösung durch Anwendung von Zink etc.

Zn -f- H 3 SO. t = ZnS0 4 -f H 2So läßt sich Chlorsilber leicht zu Metall reduzieren:2 AgCl + Zn -f- H 2 S0 4 = ZnS0 4 -f 2 HCl -f Ag aund arsenige Säure in Arsenwasserstoff verwandeln:

As 2 O s -f 6 Zn + 6 H 2 S0 4 = 6 ZnS0 4 -\- 3 H 2 0 -f 2 AsH

b) In alkalischer Lösung mittels Zink, Aluminium, Natrium-amalgam oder am besten durch Anwendung der D e v ar d a sehen

|Cu = 50,Legierung Zn = 5, welche so spröde ist, daß sie ohne Mühe im

JAl = 45,Mörser pulverisiert werden kann, was die Anwendung kleiner Quan-titäten derselben sehr erleichtert. Auch diese Reaktion gründet sichauf Bildung von naszierendem Wasserstoff:

Zn2 Al-

- 2 NaOH:6 NaOH :

Zn(ONa) 2 -f H 2

3 Al(ONa) 3 -f 3 H 3

Bei Anwendung der Devardaschen Legierung kommt die elek-trische Wirkung mit ins Spiel, wodurch die Reduktionen viel rascherzu Ende geführt werden als bei alleiniger Anwendung von Zinkoder Aluminium. Nitrate und Chlorate lassen sich mit derDevardaschen Legierung und nur einigen Tropfen Kali- oder Natron-lauge in wenigen Minuten reduzieren; auch in neutraler Lösung ge-lingt die Reduktion, aber sie dauert wesentlich länger:

KN0 3 + 4 Zn -f 7 KOH = 4 Zn(OK), -f2H,0 + NH 3

KC10 3 -f 3 Zn -j- 6 KOH = 3 Zn(OK) 2 -j- 3 H 2 0 -f KCl

2. Die Reduktion mittels schwefliger Säure führt man in

mäßij

saurer Lösung a

sie beruht darauf, daß SO,

leicht unterwelch

Aufnahme von Sauerstoff in S0 3 übergeht: S0 2 -(- 0 = S0 3 ,letzteres mit Wasser Schwefelsäure liefert.

Ferrisalze werden leicht durch dieses Reagens reduziert:

Fe 2 (S0 4 ) 3 -f 2 H 2 0 -f S0 2 = 2 H 2 S0 4 -f 2 FeS0 4Ebenso werden Arsensäure und viele andere Substanzen durchS0 2 glatt reduziert:

As 2 0 5 -j- 2 H 2 0 -f 2 S0 2 = 2 H 2 S0 4 -\- As 2 0 3

Man versetzt die zu reduzierende Lösung mit einem Überschußvon wässeriger schwefliger Säure, erhitzt zum Sieden und setzt, beigleichzeitigem Durchleiten von Kohlendioxyd, das Sieden so langefort, bis das überschüssige Schwefeldioxyd vertrieben ist.