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Zweites Kapitel: Probiontik (= Zytodenkunde).
büchern werden sie als erste Familie (oder Ordnung) der Schizo-phyten aufgeführt. Ihre erste genaue Beschreibung gab schonvor nahezu siebzig Jahren Naegeli in seiner Abhandlung über„Gattungen einzelliger Algen" (1849); die Genera Chroococcus, Gloeo-eapsa und Aphanocapsa werden hier dadurch als nächstverwandtcharakterisiert, daß „ihre Zellen sich abwechselnd in den drei Rich-tungen des Raumes teilen". Die genauesten mikroskopischen Un-tersuchungen der neuesten Zeit haben festgestellt, daß der homo-gene, spangrün oder orange gefärbte, oft auch chlorophyllhaltigePlasmakörper dieser kugeligen Zytoden keinerlei sichtbare Strukturbesitzt; ein Zellkern fehlt vollständig. Bei den meisten
Fig. 23. Chroococcus pallidus
in mehreren Stadien derZweiteilung.
Die Urform der Chromaceen(oder Cyanophyceen), sehr starkvergrößert. Die kugelige Zy-tode enthält keinen Zellkern,nur homogenes, ganz struktur-loses oder fein punktiertesPlasma; sie ist von einerzarten, strukturlosen Gallert-hülle umgeben, a bis f wieder-holte Hemitomie.
Chroococcalen ist die Plasmakugel von einer dünnen Membranumschlossen; bei vielen kommt dazu noch eine strukturlose, oftansehnlich dicke Gallerthülle, als Ausscheidungsprodukt. Aber beianderen ist, wie schon Naegeli hervorhebt, „die Zellwandung vonder größten Dünnheit, bloß als Linie zu bemerken". — Dieser An-fang der „Membranation" ist noch keine „Organisation"; er mußvielmehr als rein physikalisches Produkt der „Oberflächen-spannung" oder „Facialtension" betrachtet werden.
Wenn man unbefangen die homogene Zytode der Chroococ-caceen einerseits mit den gleichgeformten sphärischen Individuenmancher Rheokristalle (z. B. einer einfachen Myelinkugel), ander-seits mit den echten kernhaltigen Zellen einfachster Protophyten.(Algarien) vergleicht, so erscheinen sie näher den ersteren als den