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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Anorganische Chemie.

entweicht als farbloses, an der Luft stark rauchendesGas, welches sich durch Druck zu einer bei —55 °erstarrenden Flüssigkeit verdichtet. In Wasser löst essich sehr leicht: Jodwasserstoffsäure; bei einem spec.Gew. von 1.66 enthält sie 57.7 Proc. JH und siedetgegen 127°. Die wässerige Säure zersetzt sich allmählichbei Luftzutritt unter Abscheidung von Jod; rasch vollziehtsich diese Zersetzung durch Zusatz oxydirender Mittel, wieSalpetersäure, salpetrige Säure; cf. pag. 248, Anm. 3.Mit Silbernitrat gibt die Säure und ihre Salze,I IIdie Jodide 1 ). JR, JsR etc., eine hellgelbe Fällung vonJodsilber, JAg, unlöslich in verdünnter Salpetersäureund Ammoniak. Chlor und Brom machen aus derSäure und ihren Salzen Jod frei, welches Stärke bläutund von Chloroform, sowie Schwefelkohlenstoff mitvioletter Farbe aufgenommen wird: Nachweis von Jod-zvasserstoff und Jodiden?)

nimmt die Einwirkung von concentrirter Schwefelsäure aufBromkalium, nur ist der im ersten Moment frei werdende Brom-wasserstoff lediglich im Stande, die Schwefelsäure zu SOi zu reduciren:2 BrK -f SO4H. = 2 BrH -f- SOiK 2 ; II. SO4H,, -f 2 BrH = SOs-j-2 H;0-)-2 Br; dann aber erfolgt, sobald die nöthige Menge Wassergebildet wurde, um die concentrirte Schwefelsäure hin-reichend zu verdünnen, ausschliesslich eine Ent Wickelung vonBromwasserstoff! Aus Chlorkalium macht concentrirteSchwefelsäure nur Chlorwasserstoff frei: Chlorwasserstoffwird daher durch concentrirte Schwefelsäure gar nicht,Brom wasserstofftheil weise, Jod Wasserstoff so gut wie voll-ständig zersetzt, so dass Brom (79.8) in seinem Verhalten wiederin der Mitte steht zwischen Chlor (35.4) und Jod (126.5)! Ueberhauptist Jodwasserstoff ein energisches Reductionsmittel!

*) Die Trihalogenverbindungen der Alkalimetalle, wieJij K (Johnson; cf. pag. 78), JsRb, Js Cs (Wells), etc., sowie dasQuecksilberperjodid, Je Hg, können betrachtet werden als Salzeeiner Trijodwasserstoffsäure , Js II , welche der S t i c k s t o ffw a s s e r -stoffsäure analog constituirt ist; F. W. S.:

J\ N \

J H und [| ) N H.

J/ N/

Trijodwasserstoffsäure Stickstoffzvasse7'stoffsäure

2 ) Um Chlor neben yod nachzuzveisen y bedient man sich derfr actio nirten Fällung mit Silbernitrat, indem aus einem Ge-misch von Jod- resp. Chlormetall durch das Reagens zuerst allesJod in Form des hellgelben Jodsilbers und dann erst das Chlor