Jod. Jodwasserstoff.
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eingedampft, wobei sich die schwerer löslichen Metall-chloride und -sulfate zuerst abscheiden; aus deren Mutter-lauge erhält man das Jod durch Erhitzen mit Braunsteinund Schwefelsäure; cf. pag. 301, Anm. 1. Das Jodbildet einen grauschwarzen, metallglänzenden Körper,der in rhombischen Tafeln sublimirt; spec. Gew. 4.95;Schmelzp. 113.6°. Gegen 200° siedet das Jod, indemes sich in einen tiefblauen, in verdünnterem Zustandvioletten Dampf (icoei&qq, veilchenblau) verwandelt. 1 )Jod verflüchtigt sich schon bei gewöhnlicher Temperaturund besitzt einen eigenthümlichen, an Chlor erinnerndenGeruch. Es färbt die Haut braun, wirkt etwas ätzend,jedoch bedeutend schwächer als Brom. In Wasser istes nur wenig löslich; in einer Lösung von Jodmetallen,sowie in Alkohol [Tinctura Jodi], in Aether löst sichJod mit brauner, in Chloroform und Schwefelkohlen-stoff mit schön violetter Farbe. Stärkelösung wirdselbst von minimalen Mengen Jod tief blau gefärbt; dieFarbe verschwindet beim Erwärmen, kommt aber beimErkalten wieder zum Vorschein: Nachweis des Jods;cf. pag. 285, Anm. 1. Jod ist ein heftiges Gift.
Jodwasserstoff, JH, wird dargestellt durch Ein-wirkung von Wasser auf Phosphortrijodid, PJs, resp.auf ein Gemenge von rothem Phosphor und Jod:PJs + 3H-OH = 3JH -f- P0 3 H 3 . 2 ) Jodwasserstoff
1 ) Bis 600° besitzt der Jod-Dampf die normale Dichte 126.5,entsprechend der Molekulargrösse Ja. Oberhalb 600° nimmt seineDampfdichte allmählich ab, beträgt gegen 1500° nur noch die Hälfteund bleibt dann constant, was sich aus einer Dissociation der MoleküleJs in die freien Atome J —|— J erklärt; ebenso ist die Dissociation desBromdampfes bei 1600° vollendet; C. Langer und V. Meyer; cf.pag. 54, Anm. 1.
2 ) Da von den Halogenen Jod die geringste Affinität zu Wasser-stoff besitzt, macht concentrirte Schwefelsäure aus Jodkalium,JK, nicht Jodwasserstoff, sondern Jod frei: I. 2JK-|-SOiH2 =2JH -)- SOiKa; II, SO4II2 -4- 8 JH = Sffi + 4HiO -f- 8J;III. SOaia+SJH = 5 , 02-j-2H 2 0-j-2 J; d. h. der im erstenMoment frei gewordene Jodwasserstoff vermag die Schwefelsäure bis
-zu Sffi zu reduciren; dann aber erfolgt nur noch Reduction zu SO-i,indem das bei der Reaction entstehende Wasser die Einwirkung mässigt,und in dem Augenblick, in welchem die t SV/2-Entwickelung aufhört unddie .S02-Entwickelung beginnt, scheidet sich etwas Schwefel ab:II. a. 2 SH. -\- SO2 = 3 S -)- 2 H2O. — Einen ähnlichen Verlauf