Bromwasserstoff.
309
Dargestellt wird der Brom Wasserstoff meist ausPhosphortribromid durch Umsetzung mit Wasser:PBr8 + 3H-OH = P0 3 H 3 + 3BrH. Brom Wasserstoffist ein farbloses an der Luft rauchendes, dem Chlor-wasserstoff ähnliches Gas; bei —73° verdichtet es sichzu einer farblosen Flüssigkeit, welche bei —87° erstarrt.In Wasser ist es sehr leicht löslich: Bromwasserstoff-säure; bei einem spec. Gew. von 1.515 enthält dieselbe49.8 Proc. BrH. Die Säure und ihre Salze, die
I H
Bromide, BrR, BräR etc., geben mit Silbernitrat einenblassgelben Niederschlag von Bromsilber, BrAg 1 ),unlöslich in verdünnter Salpetersäure, schwer löslich inAmmoniak. Chlor macht aus der Säure und ihrenSalzen Brom frei, welches sich beim Ausschütteln mitChloroform oder Schwefelkohlenstoff in letzterenmit gelber Farbe 2 ) löst: Cl -f KBr = C1K -f- Br; Nach-weis des Bromwasserstoffs und der Bromide.
Brom Wasserstoff tli eil weise zersetzt wird; cf. pag. 311, Anm. 2.—Eine bequeme Methode zur Darstellung von Bromwasserstoffist folgende: Man leitet Schwefelwasserstoff in Brom: SH2-j-Bre= S -)- 2 BrH, wäscht das Gas vermittelst eines feuchten Gemenges vonBromkalium und rothem Phosphor und verdichtet in einer Kältemisch-ung unter öfterem Zusatz von wenig Wasser in die gekühlte Vorlage.Den mit übergegangenen Schwefelwasserstoff oxydirt man vermittelstBrom, filtrirt vom abgeschiedenen Schwefel durch Glaswolle und destil-lirt die fdtrirte Säure über Bromkalium und etwas rothen Phosphor. —Ausserdem lässt sich Brom Wasserstoff gewinnen durch Einwirkungvon Brom auf Kohlenwasserstoffe, wie Benzol, Anthracen.
') Aus einem Gemenge von Bromkalium und Chlorkaliumfällt Silbernitrat zunächst alles vorhandene Brom als Bromsilber,dann erst Chlorsilber. Beim Titriren von Bromkalium mit1 /io N-Silbernitrat lässt sich übrigens eine Verunreinigung desBromkaliums durch Chlorkalium leicht daran erkennen, dassman zur vollständigen Fällung des Halogens mehr Silbernitrat-lösung verbraucht, als sich für die abgewogene Menge des Salzesberechnet. Es rührt dies davon her, dass 35.4 g Chlor ebenso viel(108 g) Silber zur Salzbildung nöthig haben, wie 80g Brom, weshalbzur Fällung einer Gewichtsmenge Chlor mehr als die doppelte MengeSilbernitrat nothwendig ist, als zur Fällung der gleichen GewichtsmengeBrom.
2 ) Diese Reaction dient auch dazu, Brom neben yodnachzuweisen'.Man versetzt das Gemenge von Bromid und Jodid mit etwas Chlor-wasser und schüttelt mit Schwefelkohlenstoff, welcher das Jod