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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Chlorsäure und Ueher Chlorsäure.

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ClOs H-j-5 ClH = 6 Cl+3H 2 O. Ihre Salze, die Chlorate,v i

ClOä-OR, entstehen, neben Chloriden, beim Einleitenvon Chlor in die heissen concentrirten Lösungenstarker Basen: z. B. 6KOH + 6C1 = ClOsK-f-öClK-f-SLLO. 1 ) Beim Erhitzen mit Kohle oder anderenverbrennlichen Substanzen verhalten sich die Chlorate,z. B. ClOsK, wie Salpeter, nur wirken sie meist weitheftiger. 2 ) Es geben nämlich die Chlorate bei starkemGlühen ihren ganzen Sauerstoff-Gehalt ab: ClOsK =CIK-J-Os. Bei schwächerem Erhitzen entstehen aberzunächst die Überchlorsauren Salze, Perchlorate,VII I

C10 3 -OR: 2C10sK = CIO4K -f C1K -f O2; letzterezerfallen bei höherer Temperatur gleichfalls: CIO4K =CIK + O4 3 ).

Durch Destillation von Kaliumperchlorat, CIO4K,mit Schwefelsäure resultirt nun die Ueberchlorsiuire,ClOiH, welche auch bei der Zersetzung von Chlorsäuregebildet wird: 3 Cl0 3 H = Cl0 4 H ~|- 2 Cl + 4 O -f H2 O.In reinem Zustande 4 ) ist die Ueberchlorsäure einefarblose Flüssigkeit vom spec. Gew. 1.78, welche an derLuft stark raucht, heftig oxydirend wirkt, u. a. Papier,

') Vgl. pag. 78, Anm. 3, pag. 79, Ann). 1 und pag. 305, Anm. 1die Umlagerung von unterchloriger Säure: 3 Cl OH = Cl Os H -(-2 C1H. Da die Chlorate sämmtlich in Wasser löslich sind,gibt Silberlösung mit Chloraten keinen Niederschlag; betr. des Nach-weises siehe vorige Seite.

2 ) So besteht die Ziindmasse der schwedischen Zünd-hölzer aus chlorsaurem Kalium und Schwefelantimon; dieReibfläche enthält rothen Phosphor.

3 ) Diese Reactionen sind auch deshalb von Wichtigkeit, weil indem Glührückstand das Chlor der Chlorate resp. Perchloratemit Silbernitrat nachweisbar ist, indem weder die Chlorate noch diePerchlorate mit Silberlösung Niederschläge geben!

4 ) Kaliumperchlorat, ClOiK, wird am besten dargestelltdurch Erhitzen von Kaliumchlorat, bis die verflüssigte Masse an-fängt, fest zu werden. Man wäscht mit wenig kaltem Wasser, erwärmtmit Salzsäure, wäscht nochmals mit Wasser und krystallisirt aus heissemWasser um. Zur Gewinnung der Säure wird dann das reine trockeneSalz mit der vierfachen Menge concentrirter Schwefelsäure destillirt;das Destillat erstarrt zu weissen Krystallen, ClCiH-HaO, bei derenErhitzen die reine Säure übergeht.

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