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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Anorganische Chetnie.

Viele Metalle zersetzen Chlorwasserstoff, wennman sie in dem Gase erhitzt: z. B. Ni -)- 2C1H- N1CI2-f- H2. Es resultiren hierbei Metallchloride, welchesich auch bilden durch directe Vereinigung der Metallemit Chlor 1 ); cf. pag. .300. Es können somit die Chlorideüberhaupt betrachtet werden als Chlorverbindungenoder als Salze der Chlorwasserstoffsäure. LetztereAuffassung erscheint dadurch gerechtfertigt, dass dieMetallchloride des Weiteren entstehen aus Metall-oxyden resp. -hydroxyden und Chlorwasserstoff-säure: z. B. KOH + HC1 = KCl + HgO; cf. pag. 73.Ferner resultiren Metallchloride beim Auflösen vonMetallen in Salzsäure; cf. pag. 151. Gewisse Metalle,wie Quecksilber, Silber, Gold u. a. werden jedoch vonSalzsäure nicht angegriffen.

Salzsäure, oder Chloride bei Gegenwart vonconcentrirter Schwefelsäure, entwickeln mit oxydirendenSubstanzen, wie MnC>2, Chlor; Salzsäure und löslicheChloride fällen aus Silberlösung weisses käsiges,am Licht sich schwärzendes Chlorsilber, löslich inAmmoniak, unlöslich in verdünnter Salpetersäure; Nach-weis der Salzsäure und Chloride?)

Von Oxyden des Chlors kennt man mit Sicherheitlediglich: Ch 0 und ClO2 resp. C/2 d; ausserdem existirendie Säuren, ClOH, ClOtH, ClOsH, ClOxH, und vondiesen CIO2H auch nur in Salzen 3 ).

Das Chlormonoxyd, CI2O, entsteht beim Ueber-leiten von trockenem Chlor über gelbes Quecksilber-oxyd in der Kälte als gelbes, dem Chlor ähnlich

*) Die Chlorverbindungen der Metalloide werden meistdurch directe Einwirkung des Chlors auf die betreffenden Elementedargestellt.

2 ) Cf. pag. 116. Vgl. über den Nachweis des Chlors nebenBrom und Jod, pag. 295, Anm. 1.

III I

3 ) Die chlorigsauren Salze, Chlorite, Cl O2 R, bilden sichneben Chloraten bei der Einwirkung von Chlordioxyd, CIO2, aufstarke Basen: z.B. 2 Cl O2 -f- 2 K OH = Cl O-ÜK -f- ClOs-OK +H2O. Früher glaubte man, dass Chlortrioxyd, CI2O3, entstehebeim Kochen von chlorsaurem Kalium mit Salpetersäure und Arsen-trioxyd; es hat sich aber herausgestellt, dass das entwickelte Gas einGemenge ist von Chlordioxyd mit etwas Chlor und Sauerstoff.