Chlonvasserstoff.
303
reich ist an chemisch wirksamen Strahlen, spontan unterExplosion (Chlorknallgas) vollzieht; im Dunkeln findetkeine Einwirkung statt. Chlorwasserstoff wird dar-gestellt durch Umsetzung von Kochsalz mit concentrirterSchwefelsäure: 2 CINa -f SO-iH 2 == 2 C1H + SO* Na«;cf. pag. 91. Der entweichende Chlorwasserstoff rauchtan feuchter Luft, indem er sich in dem Wasserdampfder Luft löst und dadurch zu Nebeln verdichtet; erschmeckt stark sauer und röthet blaues Lackmuspapier;spec. Gew. 1.278. Durch 40 Atmosphären Druck (10°)ist Chlorwasserstoff zu einer farblosen Flüssigkeitverdichtbar. Wasser von 15° absorbirt das 450facheseines Volumens an Chlorwasserstoff, wobei einefarblose, stark saure, ätzende Flüssigkeit entsteht, welchegewöhnlich Salzsäure genannt wird; die bei 15° gesät-tigte Salzsäure hat bei einem Gehalt von ca. 40 Proc.ClH das spec. Gew. 1.2 und raucht an der Luft. 1 ) Dietechnisch als Nebenproduct bei der Sodafabrication (1. c)gewonnene Salzsäure ist sehr unrein; sie enthält Eisen,Arsen, Schwefelsäure etc.: Rohe Salzsäure, Acidumhydrochloricum crudum. Die officinelle reineSalzsäure [Acidum hydrochloricum] enthält 25 Proc.ClH bei einem spec. Gew. von 1.124; eine Mischunggleicher Theile dieser Säure und Wasser bildet die offi-cinelle verdünnte Salzsäure, [Acidum hydrochlo-ricum dilutum]; spec. Gew. 1.062. Chlorwasserstofferleidet erst bei 1500° eine theilweise Zersetzung; cf.pag. 54; er ist also sehr beständig. 2 ) Seine Zusam-mensetzung ergibt sich aus dem Verhalten gegen Natrium:Na -j- ClH = CINa -)- H; ferner scheidet sich bei derElektrolyse wässeriger Salzsäure am positiven Pol ein Vol.Chlor und am negativen Pol ein Vol. Wasserstoff ab.
1 ) Beim Kochen dieser Salzsäure (spec. Gew. 1.2) entweichtzunächst gasförmiger Chlorwasserstoff, dann destillirt bei 110° constanteine Säure mit 20.24 Proc CIH. Aus verdünnteren Lösungen entweichtbeim Erhitzen Wasser so lange, bis der Gehalt auf 20.24 Proc. CHIgestiegen ist; alsdann geht diese Säure unverändert über.
2 ) Dies geht auch schon daraus hervor, dass Chlorwasserstoffin Berührung mit concentfirter Schwefelsäure sich nichtzersetzt; Brom Wasserstoff zerfällt unter gleichen Umstän-den theilweise, Jodwasserstoff vollständig; cf. pag. 311, Anm. 2.