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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Chlor.

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O -f- MnSOi + OH 2 ; III. O -f 2C1H == OH, + CL 1 ).Ferner lässt sich Chlor darstellen durch Erhitzen vonBraunstein, MnC>2, mit Salzsäure, C1H: MnO-2 -4-4ClH = MnCL + CL+ 2 H2O, 2 ) oder durch Behan-deln von Chlorkalk mit Salzsäure resp. Schwefel-säure; cf. pag. 130, Anm. 3. Chlor ist giftig; es be-sitzt einen erstickenden, die Schleimhäute stark reizendenGeruch; spec. Gew. 2.45. Unter einem Druck von6 Atmosphären (unter gewöhnlichem Luftdruck bei40°)verdichtet sich Chlor zu einer gelben Flüssigkeit,die bei102° erstarrt; Siedep.33.5°. Bei 15° ab-sorbirt 3 ) 1 Vol. Wasser 2.37 Vol. Chlor; diese wässerigeLösung des Chlors heisst Chlorwasser, [Aqua chlo-rata] 4 ); aus der bei 0° gesättigten Lösung scheiden sich

') Mn

o

O -f Ha; SO4

O -+- Mn SO4 4- OH 2 ; und

0+hIS = OH. + CU.

Verwendet man an Stelle von Chlornatrium Brom- resp. Jodnatrium,so erhält man Brom resp. Jod, denn O -J- 2 H Br = OH2 -|- Bi'2, und0-4-2HJ = OHa+Jal .

2 ) In kalter concentrirter Salzsäure löst sich Mangan-dioxyd, Mn C% zu einer dunkelbraunen Flüssigkeit, welche Mangan-tetrachlorid, MnCU, enthält: Mn OaJ-4- 4 H Cl = Mn CU 4- 2 H2 O.Beim Erwärmen zerlegt sich dieses: Mn CL = Mn Cls-(- Cls ; daherist es möglich, durch starkes Abkühlen die Chlorentwickelung fastmomentan zum Stillstand zu bringen! Technisch gewinnt manChlor auch nach den Processen von Deacor.: Ein Gemisch von Salz-säure und Luft wird über ca. 400° heisse Ziegelsteine, welche mitKupfersalzen getränkt sind, geleitet, oder von Mond: Umwandlungvon Nickeloxydul vermittelst Salmiakdampf in Nickelchlorür (Neben-product ist Ammoniak) und Zersetzen des Nickelchlorürs bei höhererTemperatur im Luftstrom, u. a. m. Besonders reines Chlor entsiehtbeim Erwärmen von Salzsäure mit Chromsäure (Kaliumdichromatund Schwefelsäure) : 2 Cr Os -(- 12C1H = 2 Cr Cls 4- 6 Cl 4-G HiO. Für Laboratoriumszwecke ist sehr bequem die Darstellungdes Chlors im Kipp'schen Apparat nach Cl. Winkler, indemman das Gas aus gepressten Chlorkalkwürfeln vermittelst Salzsäureentwickelt.

s ) In Folge dessen fängt man Chlor über heissem Wasserauf, oder man leitet es auf den Boden der Gefässe, aus welchen dasChlor wegen seines hohen spec. Gewichtes die Luft austreibt.

4 ) Das officinelle Chlorwasser soll mindestens 0.4 Gewichts-proc. Chlor enthalten. Chlorw asser muss im Dunkeln aufbewahrtwerden, da es sich am Licht zersetzt: 2 Cl-|-Ha O = O 4"2 C1H.