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Anorganische Chemie.
Beim Eingiessen einer gesättigten Lösung vonKaliumdichromat in das anderthalbfache Vol. con-centrirter Schwefelsäure scheiden sich nach und nachrothe rhombische Nadeln von Chromtrioxyd, CrC>3,Chromsäureanhydrid [Acidum chromicum] abrCr 2 0 7 K2 + SO4 H 2 = 2 Cr 0 3 + SO4 K2 -j- H 2 O. InWasser ist Chromtrioxyd sehr leicht löslich; die con-centrirte dunkelgelbrothe Lösung 1 ) zerstört organischeSubstanzen (Papier), wie starke Schwefelsäure. Die Krystalledes Chromtrioxydes werden beim Erhitzen schwarz,schmelzen und zersetzen sich gegen 250°: 2CrC>3 =CßOs-j-oO. 2 ) Daher entwickelt auch Kaliumdichromatbeim Kochen mit concentrirter Schwefelsäure Sauer-stoff unter gleichzeitiger Bildung von Chromalaun:Cr 2 07K 3 +4S04H2=r30 + Cr 2 (S04>-S04K2 + 4H20. 3 )Beim Kochen mit Salzsäure wird der Sauerstoff nichtin Freiheit gesetzt, sondern es entweicht Chlor: 6C1H -f-30 = 6C1 -j- 3H2O. 4 ) Andererseits liefert gepulvertes
*) In der wässerigen Lösung ist sehr wahrscheinlich Chrom-saure, Cr O4H2, enthalten; aber diese zerfällt, ähnlich der Kohlen-säure, auch beim Freiwerden aus ihren Salzen stets in ihr Anhydridund Wasser: CrOiHa = CrOs + OHs!
2 ) Wenn Chromtrioxyd mit oxydablen Substanzen in Berührungkommt, gibt es diesen Sauerstoff leicht ab. Werden z. B. Krystallevon Chromtrioxyd mit absolutem Alkohol übergössen, so ver-brennt der Alkohol unter Verpuffen, während grünes Chromoxyclzurückbleibt.
3 ) Darstellung von sehr reinem Sauerstoff! — Das Ge-misch von Kaliumdichromat mit Schwefelsäure (»Chromsäure-gemisch«:) wird in der organischen Chemie als energisches Oxy-dationsmittel benützt — Selbstverständlich verhalten sich Chrom-säure und Kaliumchromat analog: 2 Cr Os -\- 3 SO4H2 = Os -\-Cr 2 (S04> + 3 Hs O, und, 2 Cr O4 Ks -f- 5 SO* Ha = Os -+- Cr 2 (S0 4 >
■ S0 4 Ks + SO4 Kü + 5 Hs O.
") Die Reaction erfolgt nach der Gleichung: Cr 2 O? K 2 -(- 14 Cl H= 6 Cl + 2 CrCla + 2 C1K -f- 7 H2 O. Aehnlich reagiren Chrom-säure, sowie Kaliumchromat: 2 CrOs -j- 12 C1H = 6 Cl -\- 2 CrCb+ 6 H 2 O, und, 2 Cr O4 K 2 -f- 16 Cl H — 6 Cl + 2 Cr Cls -f- 4 Cl K -f-8 H2O, Sind leicht oxydable Substanzen, wie JH, Jodwasserstoff zu-gegen, dann vollziehen sich diese Umsetzungen in wässeriger Lösung schonbei gewöhnlicher Temperatur, indem das ausgeschiedene Chlor sofortdie aequivalente Menge Jod frei macht: 6Cl-)-6JH = 6 J-|-6C1H.Volhard verwendet daher chemisch reines und trockenes Kalium-dichromat in '/WNormallösung — i./ 60 Mol. CnOiKt ist aequivalent