Schwefeltrioxyd.
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Leitet man ein trockenes Gemenge von Schwefel-dioxyd mit Sauerstoff 1 ) über schwach erhitzten Platin-schwamm, cf. pag. 241, Anm. 1, oder Platinasbest, so ent-steht Schwefeltrioxyd, SO3, Schwefelsäureanhydrid.Gewöhnlich wird dasselbe dargestellt durch starkes GlühenvonNatriumpyrosulfat (pag. 291): SgChNaa = SOiNa2-f- SO3, oder bequemer durch Erhitzen von rauchenderSchwefelsäure (pag. 292); die entweichenden Dämpfeverdichten sich beim Abkühlen unter 0° zu durchsichtigenPrismen; spec. Gew. 1.9, Schmelzp. 14.8°, Siedep. 46°.
Titration von freiem Jod mit 1 /io N-Thiosiäfat — »Jodimetrie«.Wegen der Eigenschaft, Chlor zu binden: SaOsNaa -)- 8 Cl -(- 5 H2O =SCUNaa -j- SOiHa -j- 8 Cl H, findet das Natrium thiosulfat Verwen-dung, um Chlor aus den mit diesem Gas gebleichten Stoffen zu entfernen;sAntichlor«. Mit salpetersaurem Silber entsteht ein weisserNiederschlag von Silber thiosulfat, SaOsAga, der rasch die Farbeändert und schliesslich schwarz (AgiS) wird: S2O» Aga -|- OHa =AgsS -)- SO4H2; ähnlich verhalten sich andere Schwermetallsalze derThioschwefelsäure. Silberthiosulfat, sowie Chlor-, Brom-, Jod-silber (und auch Calomel, Bleisulfat etc.) lösen sich in überschüssigemNatriumthiosulfat; z.B.: AgJ 4-SaOsNaa == Sa OsNaAg + JNa,weshalb das Salz in der Photographie benutzt wird. — Ferner bildetsich Natriumthiosulfat, neben Natriumpentasulfid, beimAuflösen von Schwefel in kochender Natronlauge: 12 S —|—6 NaOH = SaOsNaa -f- 2 SeNaa -j- 3 H ä O. Und zwar ist das Ver-hält niss von Thiosulfat zu Sulfid derart, dass beim Ansäuernder gesammte Schwefel als Lac sulfuris wieder ausfällt:
I. 2 SsNaa + 2 SO4H2 = Ss + 2 Sff% -f SOiNasII. SaOsNaa 4- SOiHa = S -J- SOa -L. OHa -f- SO«NasIII. 2 Sfft -\-SOt = S 3 -f- 2 OH2
12 S.
Die Hepar, welche durch Schmelzen von Schwefel mit Sodaoder Potasche dargestellt wurde, cf. pag. 86, enthält aber ausserAlkalipentasulfid und Alkalithiosulfat noch Alkalisulfat,da ja die Alkalithiosulfate beim Schmelzen sich umsetzen nach derGleichung: 4 S2O8R2 = S5R2 + 3 SO4R2'.
') Ein derartiges Gemenge von Schwefeldioxyd mit Sauer-stoff erhält man nach Winkler durch Zersetzen von Schwefel-säure in rothglühenden Retorten: SO4H2 = SO2 -|- O -)- OHa,wobei man die Wasserdämpfe durch concentrirte Schwefelsäure absor-biren lässt. Man führt das Gemenge von S O2 -)- O vermittelst Platin-asbest in S Os über, welches weiterhin in concentrirte Schwefelsäureeingeleitet wird: Technische Gewinnung von Schwefeltrioxyd undvon krystallisirter Pyroschwefelsäure, S2O7H2; cf. pag. 292.