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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Schweflige Säure.

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clioxyds wird von Chlor, Brom, Jod zu Schwefel-säure, SO4H2, oxydirt; z. B.: SO2 -j- 2 OH2 + 2 J ==SO4H2-I-2JH. 1 ) Andererseits gibt das Schwefeldioxydseinen Sauerstoff verhältnissmässig leichtab; nascirenderWasserstoff (Zink und Salzsäure) reducirt zu Schwefel-wasserstoff: SO2 -j- 3 H2 = SIL + 2 OH2; 2 ) letztererbewirkt eine Abscheidung von Schwefel: SO2-42H2S= 3S + 2 0H 2 .

Die wässerige Lösung des Schwefeldioxydsenthält wahrscheinlich schweflige Säure, SO3H2, ob-wohl dieselbe nicht in freiem Zustande bekannt ist; beimAbkühlen der Lösung unter 0° entstehen krystallisirteHydrate, wie SOsHa • 8 HaO, SO3H2 • 10 resp. .14 H 2 0.Die schweflige Säure liefert zwei Reihen von Salzen,

IJf

9

+ 5 SO2 + 3 SO4H» = 2 SO4M11 -f- 5 SOs + SO4K2II 5 SOs -f- 5 H2O = 5 SO4H2. — I. 2 Fe Cls + H2O2 FeCla -f-2 ClH-f- SOs; II. SOs +H2O = SO4H2. — I. 2 AuCl:+ 3 HaO + 3 SO2 = 2 Au-f-6 C1H -j- 3 SOs; II. 3 SOs -\- 3 H2O= 3S04.H2. — Braunstein und wässerige schweflige Säure gibtdithionsaures Manganoxydul, vgl. vorige Seite, Bleisuperoxyddagegen Bleisulfat: Pb O2 -f- S Os = SOiPb! Vgl. auch pag. 167,Anm. 1, Reduction von Sublimat.

4 Die Umsetzung von Jod und wässeriger schwefligerSäure ist nur vollständig bei grosser Verdünnung:

3 Ha O;.

SO2 =

H2O + SO2 + O"

H+J

H +J

= S04H2 + 2JH,

indem die Anwesenheit von viel Wasser die Bildung des Jodwasser-stoffs begünstigt; Titration der schwefligen Säure mit Vto N-Jod-lösung (Zusatz von COsNaH: 2 COsNaH + 2 JH = 2JNa +2 CO2 -)- 2 H2O; als Indicator dient Stärkelösung, welche durchfreies Jod gebläut wird. Man kann auch mit '/ioo N-Jodlösungtitriren, aber ein Tropfen derselben bewirkt nur dann sofort Blau-färbung, wenn das G esammtvolumen der zu titrirendenFlüssigkeit circa 50ccm beträgt, da die Bildung der blauenJodstärke von der Concentration abhängig ist.

2 ) Ebenso wirkt das Erwärmen mit wenig Zinnchlorür undSalzsäure, wobei gelbes Zinnsulfid abgeschieden wird: SO2 -\-6 HCl -\- 3 SnCl 2 = SU. 4- 2 OH2 + 3 SnCU; SnCl4 4~ 2 SH2 =Sn S2 -|- 4C1H; gibt man einen Tropfen Kupferlösung zu, dannentsteht schwarzes Schwefelkupfer: Empfindliche Reaction aufSchwefeldioxyd.