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2 (1862) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Verbindungen unbekannter Radicale.

Lösliche

Modilica-

tion.

Verhallender Ca-seinlösun-gen gegenXab.

UnlöslicheModifi-cation.

Vor-kommen.

Darstel-lung.

Säugethiere, und ist darin wahrscheinlich, ähnlich wie dies beim Albun' 1 'der Fall ist, unter Beihülfe von freiem Alkali aufgelöst.

Die lösliche Modification des Case'ins stellt im unter 5Crjgetrockneten Zustande eine bernsteingelbe, geruchlose Masse dar, V»fadem, schleimigem Geschmack, die sich in Wasser zu einer gelbe' 1schleimigen Flüssigkeit löst, welche sehr rasch in Fäulniss übergeht.

Casei'nlösungen gerinnen beim Kochen nicht, in offenen GefäsSlaber abgedampft, überziehen sie sich mit weissen Häuten, die wegg*gen, sich immer wieder erneuern und aus unlöslich gewordenem CaSwbestehen (Milchhaut).

Casei'nlösungen werden ferner durch Mineralsäuren, durch Alkoli"'Gerbsäure und Metallsalze, ähnlich dem Albumin gefällt, allein sie yf&den auch, was beim Albumin nicht der Fall ist, durch organische"ren, namentlich Essigsäure, niedergeschlagen.

Wird Chlorcalcium zu einer Caseinlösung gesetzt und die Flüssig-keit zum Kochen erhitzt, so scheidet sich eine Verbindung von CaSslmit Kalk aus. Aehnlich verhält sich schwefelsaure Bittererde.

Ein merkwürdiges Verhalten zeigen endlich Casei'nlösungen geg ejenen Kälbermagen, den die Zoologen Lab nennen. Bringt man liä'"'lieh Casei'nlösungen mit Lab in Berührung, so schlägt sich alsbald o|Casei'n nieder, indem es durch ein im Lab, und zwar in der Schleimh» 11 'desselben, enthaltenes Ferment in die unlösliche Modification verwand 1 -' 1wird. Die Ausscheidung erfolgt am raschsten bei etwa 50° C. Die 8 ' 1Verhalten charakterisirt das Casei'n vor allen übrigen Albuminaten, 0«wird auch praktisch bei der Bereitung der Molken- und Käsefabrikati" 1verwerthet.

Die unlösliche Modification oder das geronnene Casein ist friSjgefällt eine weisse flockige Masse, die getrocknet hart, hornartig, ge'.lieh und pulverisirbar wird. Sie ist unlöslich in Wasser, Alkohol u"Aether, quillt aber in Wasser etwas auf.

Behandelt man den löslichen Käsestoff mit Alkohol, so wird er u ( 'durchsichtig, und bekommt das Ansehen von geronnenem Albumin. MTheil löst sich dabei in Alkohol, in noch grösserer Menge beim KocWlDas gelöste Casein scheidet sich aber beim Erkalten grossentheils w )lder aus. Das mit Alkohol behandelte Casei'n löst sich beim Erwärmziemlich leicht in Wasser.

Vorkommen. Das Casein wurde ausser in der Milch auch 1einigen pathologischen Secreten nachgewiesen. Mit dem Casein vi 6 ''Eigenschaften theilende Albuminate fand man ferner im Eidotter ( VitelWim Blute, im Interstitialsafte der mittleren Arterienhaut, in dem dfZellgewebes und Nackenbandes, in allen contractilen Geweben und 1der Allantoisflüssigkeit.

Darstellung. Den löslichen Käsestoff erhält mau durch Abd» 1 ' 1pfen von Milch bei niederer Temperatur, und Behandlung des Rucks' 8 '