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2 (1862) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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608
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Zer-

setzungs-producteder Albu-minate.

Verbindungen unbekannter ßadicale.

Die lösliche Modification, bei niederer Temperatur verduns' e 'stellt gelbliche, durchscheinende, dem arabischen Gummi äusserlich äW'liehe Massen dar, die ohne Geruch und Geschmack, in Wasser lösMaber in Alkohol und Aether unlöslich sind.

Die unlösliche Modification ist im frisch gefällten Zustandweiss, flockig, klumpig, geruch- und geschmacklos, und erscheint un' e!dem Mikroskop als ein amorphes körniges Gerinnsel. Im getrocknetund gereinigten Zustande stellt die unlösliche Modification gelblich hol|artig durchscheinende, zu einem gelblichen Pulver zerreibliche, gerne! 1 'und geschmacklose, in Wasser, Alkohol, Aether und verdünnten Säur 6 'unlösliche Massen dar.

Die wässerige Lösung der Albuminate wird durch die meisten Wtalloxyde gefällt. Die Niederschläge sind Verbindungen der Albumin» 11mit den OxydeD, die gewöhnlich in einem Ueberschuss des Fällung*mittels wieder zum Theil löslich, und auch in überschüssigen Alb*'minaten nicht unlöslich sind. Wegen ihrer Eigenschaft, Metalloxy*aus ihren Auflösungen zu fällen, hat man Albumin und Albuminate äbmhaupt als Gegengifte bei Metallvergiftungen vorgeschlagen Olangewendet, allein durch den soeben erörterten Umstand, dass di e!Niederschläge nichts weniger als unlöslich sind, wird ihre Anwendb»'keit zu diesem Zwecke sehr beschränkt.

Die wässerige Lösung der Albuminate wird ferner durch Alkoh 0Mineralsäuren, zuweilen auch durch Essigsäure, durch Gerbsäure gefä"und dreht die Polarisationsebene des Lichtes nach links.

Von kaustischen Alkalien werden dieselben sämmtlich zu gesättiggelben Flüssigkeiten gelöst, wobei jedoch eine partielle Zersetzung st» 1findet. Durch Säuren entstehen in den kaiischen Lösungen Niederschlagconcentrirte Salzsäure löst sie mit violettrother Farbe, concentrirte EsS'"säure löst sie ebenfalls, in der essigsauren Lösung bewirken Ferrocy»kalium und Ferridcyankalium Niederschläge. Concentrirte Salpetersä"färbt sie beim Erhitzen gelb (Xanthoprote'insäure), Jod bew> rebenfalls eine intensivgelbe Färbung (gutes Reagens unter dem Wkroskop), salpetersaures Quecksilberoxyd, welches salpetrige 11enthält, bewirkt damit beim Erwärmen bis auf 100° C. eine charakt estisch rothe Färbung.

Mit Zucker und Schwefelsäure behandelt, färben sie sich seipurpurviolett.

Beim Erhitzen schmelzen sie, bräunen sich, blähen sich auf ui>'Ausstossung eines Geruchs nach verbranntem Hörn, und hinterlassen »'grauweisse, Kalk und Phosphorsäure enthaltende Asche.

Bei der trockenen Destillation geben sie empyreumatische <-'(Dippels-Oel) und reichliche Mengen von kohlensaurem Ammoui 11

Mit Braunstein und Schwefelsäure oxydirt, geben die Albuminzahlreiche Zersetzungsproducte, von denen folgende mit Sicherheit D*gewiesen sind: