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2 (1862) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Verbindungen unbekannter Radicale.

auch bestimmten Zersetzungen und Uebergängen der constant vorko"menden Alkalo'ide entsprechen.

Wir werden nur die wichtigeren Opiumalkalo'ide näher besprecht

Eigen-schaften.

»

Morphin-salze.

Salzsaures

Morphin.

MorphiumHydrochlo-

ricum.

M o r p h i n.

Syn. Morphium, Morphina.C 34 Hj 9 N 0 6 + 2 aq.

Das Morphin ist das wichtigste aller Opiumalkaloide, da von Wdie Wirkung des Opiums abhängig ist, und es eines der wirksamst 6und am häufigsten angewandten Arzneimittel darstellt.

Das Morphin krystallisirt in farblosen glänzenden Prismen, schme 0 'schwach bitter, und besitzt deutlich alkalische Reaction. Beim ErW*men schmilzt es zuerst unter Verlust seines Krystallwassers, und W 1 'in höherer Temperatur zersetzt. In Wasser ist es nur sehr wenig lösl' 6 '(1 Thl. bedarf 1000 Thle. Wasser zur Lösung), in Alkohol dagegen Jies viel leichter löslich. In Aether wenig. In Säuren löst es sichSalzen auf, und wird aus diesen Lösungen durch Ammoniak als weiss \Pulver gefällt, ebenso durch andere Alkalien oder alkalische Erden. *Ueberschuss der Letzteren aber ist der Niederschlag wieder löslieh. ™Morphin wirkt rein narcotisch, und ist daher in grösseren Dosen 6lheftiges tödtliches Gift. Weil seine Wirkung mit der des Opiums *'Allgemeinen übereinstimmt, so wird es jetzt in der Medicin in vie' eFällen statt diesem angewendet.

Concentrirte Salpetersäure gibt mit Morphin eine anfangs ro" 1(Erkennungsmittel für Morphin), dann gelbe Färbung, Eisenoxydsalgeben damit eine ebenfalls charakteristische blaue Färbung.

Wird Morphin mit Natronkalk erhitzt, so entwickelt sich Meth?amin.

Das Morphin bildet mit Säuren krystallisirbare Salze, die in Was*"und Alkohol leicht löslich sind. Dieses Umstandes wegen, und daWirkungen der Morphinsalze denen des Morphins vollkommen gleich 6werden in der Medicin gewisse Morphinsalze vorzugsweise angewefl"und zwar namentlich das essigsaure und das salzsaure Morphin.

Salzsaures Morphin: C 34 H 19 N0 6 , HCl -f 6 aq. Krystalli^in feinen Prismen, die in Wasser und Alkohol leicht löslich sind. Pia* 1chlorid erzeugt in seinen Lösungen einen gelben Niederschlag von M°phin-Platinchlorid: C 34 H 19 N0 6 , HCl.PtCL.

Das salzsaure Morphin wird officinell als Morphium hydroeliloric"oder Morphina hydrochlorica bezeichnet.

Essigsaures Morphin, das unter dem Namen Morphium aceti^wohl am häufigsten angewandte Präparat, bildet zerfliessliche, in W» 8leicht lösliche kleine Nadeln oder ein weisses, sehr bitter schmecke»Pulver.

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