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2 (1862) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Organische Verbindungen unbekannter Eadicale.

Gerbstoffe. (G e r b s ä n r e n.)

AUgemei- Allgemeiner Charakter. Unter der Bezeichnung Gerbstoff

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rakter. oder Gerbsäuren begreift man eine Anzahl stickstofffreier, aus Kohle«

stoff, Wasserstoff und Sauerstoff bestehender Körper, die fest, und z\vä rtheils krystallisirt und theils amorph sind, und keinen Geruch, aber eine"eigentümlich herben zusammenziehenden Geschmack besitzen. Di e 'selben sind in Wasser und Alkohol löslich, ebenso zuweilen in Aethef)ihre Lösungen reagiren sauer, und geben mit den meisten Metalloxyd« 11Niederschläge. Die Gerbsäuren zeigen demnach den Charakter schwä'eher Säuren. Leimlösung wird durch die Auflösungen der Gerbstoffebenfalls gefällt, und mit thierischer Haut (leimgebenden Gewoben) g e 'hen sie unlösliche Verbindungen ein, in welchen die Neigimg der Häu' ezur Fäulniss vollständig aufgehoben ist (Lederfabrikation). DieGei'l''Stoffe sind nichtriüchtig, und geben beim Erhitzen, indem sie sich zei'setzen, sogenannte Pyrosäuren, d. h. auf dem Wege der trockenen D e 'stillation gewonnene einfachere Verbindungen von saurem Charaktef'Eisenoxydsalze färben sie schwarz oder grün.

Die Gerbstoffe gehören zu den im Pflanzenreiche verbreitetste"Stoffen. Sie finden sich fast in allen Pflanzen und allen Organen derse''ben. Eine künstliche Darstellung derselben ist noch nicht bekannt. V e 'gen ihrer adstringirenden, die Contractilität der Gewebe erhöhende"!und daher die Se- und Excretionen mässigenden Wirkung finden sie a> !Arzneimittel mehrfache Anwendung. Ihre wichtigste Anwendung ist abe*ihre technische zur Lederfabrikation (Gerberei), zum Schönen derWeii l£und zur Bereitung der Dinte.

Die wichtigeren Gerbsäuren sind folgende:

Galläpfelgerbsäure,

Moringerbsäure,

Chinageibsäure,

Kaffeegerbsänre,

Catechugerbsäure,

Kinogerbsäure.

Nur die beiden Ersten sind genauer gekannt.

Galläpfelgerbsäure.Syn. Tannin.C5.1 H 23 O34.Eis 0 ' 1 " Die Galläpfelgerbsäure stellt eine farblose bis schwach gelblich 13 "

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zu einem feinen Pulver zerreibliche amorphe Masse dar, welche ein elstark adstringirenden, aber nicht bitteren Geschmack besitzt. In Wasse 1,1