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2 (1862) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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308
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Warum

aus bitte-ren Man-deln be-reiteteMandel-milch gif-tig- wirkt.

Darstel-lung.

308 Einatomige Alkohol- und ihnen correspondirende Säureradic 8 ''

neben Bittermandelöl und Zucker auch Blausäure gebildet, eines der ' lltigsten, gefährlichsten Gifte, und hieraus erklärt es sich, dass Man<J e "milch, mit bitteren Mandeln bereitet, giftig wirkt, und"**käufliches Bittermandelöl, sehr unvollkommen gereinigt, weil bMsäurehaltig, giftig ist, während das gereinigte nicht giftig ist.

Ausser durch Gähiung des Amygdalins bildet sich aber das Bi ttemandelöl noch auf mehrfach andere Weise; so bei der Oxydation <lBenzylalkohols durch Salpetersäure und Bleisuperoxyd, bei der Beha'lung der Zimmtsäure, des Zimmtalkohols, des Styracins mit oxyd"' e ,den Agentien, bei der Einwirkung von Oxydationsmitteln auf Ali' 11 "'nate, bei der trockenen Destillation eines Gemenges von ameisensau 11und beuzoesaurem Kalk, und auf verschiedene andere Weise.

Die gewöhnlichste Methode der Darstellung des Bittermandel 0 "besteht darin, von fettem Oel durch Pressen befreite bittere Mandeln^ "Wasser zu einem Brei angerührt, 24 Stunden stehen zu lassen und hlauf zu destilliren. Das mit den Wasserdämpfen übergehende rohe b) asäurehaltige Bittermandelöl, welches sich am Boden der Vorlage al

schwere Oelschicht absetzt, wird, um es von Blausäure zu befreien;

Aqua

Amygda-

larum

amara-

rum.

Aqua Lau-rocerasi.

Aqua Ce-rasorum

ni'jrorum.

ei»'tii'

in

fft" 1

Aquae tle-sfillatae.

Kirschlor-

beeröl,

Ptirsich-

bl&tteröl,

Trauben-

fcirsehonöi.

einer Lösung von Eisenchloriir und Kalkhydrat geschüttelt und rectin* 1 ,Oder man schüttelt es auch wohl mit einer gesättigten Lösung von ''$fach-schwefügsaurem Natron, und zerlegt die mit kaltem Weingeist %waschene Krystallrnasse von zweifach-schwefligsaurem Bittermaud elNatron (s. oben) mit kohlensaurem Natron.

Das bei der Destillation der bitteren Mandeln mit Wasser augehende Wasser der Vorlage ist eine Auflösung des Bittermandel"welche früher unter dem Namen Aqua Amygdalarum amararum häufiger aIlieh angewendet war, wie gegenwärtig. Es enthält natürlich geringe M.e n <von Bittermandelöl und Blausäure. Dieselben Bestandteile entlud''''Aqua Laurocerasi, Kirschlorbeerwasser: erhalten durch Destille"

der frischen Blätter von Prunus Laurocerasus,

Aqua Cerasorum nigrorum-, Kirschwasser: erhalten durch Destill' 1 '' 1der mit den Kernen zerstossenen wilden Kirschen mit Wasser.Diese Wasser enthalten Bittermandelöl und Blausäure, weil sie d*Destillation von Amygdalin- und Emulsin- haltenden Pflanzentheih:) 1 'wönnen werden. Indem man ihre medicinische Wirksamkeit nach i'" 1Blausäuregehalte beurtheilt, besteht die gewöhnliehe Prüfung ihres V»thes in der Ermittelung ihres Blausäuregehaltes, deren Methode w ,elunten besprochen wird.

Bei der Destillation ätherischer Oele überhaupt übergehende Wä*nennt man in der Pharmacie „Aquae destillatae", die meisten derse'sind gegenwärtig obsolet.

l d e 'Das Kirschlorbeeröl, Pf irsi cliblätteröl, und das Oel

Traubenkirsche {Prunus Persica und Prunus Padus) bestellen im

sentlichen ebenfalls aus Bittermandelöl.

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