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1 (1863) Lehrbuch der anorganischen Chemie : mit Einschluss der experimentellen Technik
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Molybdän.

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Ansehen nach dem Graphit sehr ähnliches und früher auch damit ver-wechseltes Mineral, und ausserdem als molybdänsaures Bleioxyd.

Das Molybdän wurde bereits 1778 von Scheele in der Molybdän-säure als eigentümliches Metall erkannt. Das Metall selbst wurde 1782von Hjelm isolirt.

Verbindungen des Molybdäns.

Das Molybdän verbindet sich in mehreren Verhältnissen mit Sauer-stoff.

Man kennt ein Molybdänoxydul: Mo 0, ein Molybdänoxyd:MoOo, und eine Molybdänsäure: Mo0 3 . Letztere bietet praktischesInteresse dar.

Die Molybdänsäure stellt ein weisses, krystalliniscb.es, stark glän-zendes Pulver dar, welches in der Glühhitze schmilzt, und sich in offenenGefässen als weisser Hauch verflüchtigt. In Wasser ist die Molybdän-säure kaum löslich; auch in Säuren löst sich die geglühte Molybdän-säure wenig auf; die nicht geglühte ist aber in Salpetersäure und Chlor-wasserstoffsäure leicht löslich. So wie sie im festen Zustande durch Wasser-stoff in hoher Temperatur zu Metall reducirt wird, so wird sie auch inihren Auflösungen durch reducirende Agentien leicht in niedrigere Oxydeübergeführt. Mit Zink und Salzsäure versetzt, färbt sie sich blau, indemsie sich dabei in molybdänsaures Molybdänoxyd verwandelt; zuletzt fälltschwarzes Molybdänoxydul nieder.

Mit den- Basen bildet die Molybdänsäure wohlcharakterisirte Salze:die molybdänsauren Salze. Dieselben sind farblos oder gelb, meistkrystallisirbar und meist in Wasser unlöslich. Nur die molybdänsaurenAlkalien sind in Wasser leicht löslich. Die Molybdänsäure ist eine ziem-lich starke Säure; sie röthet Lackmus, und treibt die Kohlensäure ausden kohlensauren Alkalien aus.

Man stellt die Molybdänsäure durch Auflösen von Molybdän in Sal-petersäure und Eindampfen der Lösung, oder durch Erhitzen von molyb-dänsaurem Ammoniak dar, wobei das Ammoniak entweicht und die Mo-lybdänsäure in Gestalt weisser Blättchen zurückbleibt.

Von den molybdänsauren Salzen sind folgende hier besonderszu erwähnen:

Molybdänsaures Ammoniumoxyd. Das neutrale Salz hat dieFormel: NH 4 0, Mo0 3 . Man erhält es durch Auflösen von Molybdän-säure in überschüssigem concentrirten Ammoniak und Fällen der ineinem verschliessbaren Glase enthaltenen Auflösung mit Weingeist. Die-ses Salz stellt rechtwinklige vierseitige Prismen dar. Wird seine Lösungabgedampft, so verliert es einen Theil seines Ammoniaks und verwandeltsich in saures molybdänsaures Ammoniak: NH 4 0, 2 Mo0 3 , einWeisses krystallinisches Pulver.

Molyb-

dänsäure.

Molybdän-saure Salze.

Molybdän-saures Am-moniak