VI. Die Beurtheilung der Untersuchungs-ergebnisse.
Ein Bild über die Beschaffenheit eines Wassers wird man sichnur durch eine eingehende Untersuchung desselben verschaffenkönnen. Die Möglichkeit, hieran Schlüsse über dessen Verwendbar-keit und Zulässigkeit zu verschiedenen Zwecken zu knüpfen, istnur hierdurch gegeben; jedoch ist die Bildung eines zutreffendenUrtheils aus solchen Anhaltspunkten allein in mancher Hinsichtmit Schwierigkeiten verbunden. Die Veränderungen des Wassers,welche durch geologische Ursachen bedingt sind, und diejenigen,welche durch physikalische Einwirkungen hervorgerufen werden,sind sehr verschiedene. Beide sind an die Oertlichkeit gebunden,und schon aus diesem Grunde wird es nicht angehen, bestimmteRegeln für die Beurtheilung aufzustellen. Man hat allerdings ver-sucht, Grenzwerthe anzugeben; doch sind solche dehnbare Begriffefür eine exakte Beurtheilung nicht verwerthbar. Ich erinnere nuran die verschiedenartige Zusammensetzung, welche Reichardt beiWässern verschiedenen Ursprungs nachgewiesen hat (vergl. S. 12);die chemische Zusammensetzung für sich betrachtet kann nichtimmer genügen, das Wasser zu verwerfen oder gutzuheissen. Esmüssen vielmehr hierbei, wie schon angedeutet, noch andere Ver-hältnisse insbesondere berücksichtigt werden. Gerade dieser Um-stand vermag dem Untersuchungsergebniss unabhängig von dessenAusdruck in Gewicht oder Zahl die richtige Bedeutung zu verleihenund dasselbe in untrügerischer Weise zu beleuchten. Sehr häufigwird man in der Lage sein, die richtige Ansicht auf dem Wege desVergleichs zu gewinnen. Man wird beispielsweise aus der Be-schaffenheit eines Quell- oder Brunnenwassers nicht auf die Zu-