Vorsichtsmaassreeeln bei der Entnahme des Wassert
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dampfung und schmilzt zum Sehluss das Ende der Kapillare in derFlamme zu. Hierdurch hat man einen sterilen und nahezu luft-leeren Apparat erhalten. Schneidet man unter Wasser mit ausge-glühter Scheere die zugeschmolzene Stelle der Kapillare ab, so fülltsich die Kugel mit Wasser, wobei nach Abschmelzung der Oeff-nungsstelle jede Verunreinigung mit anderen Bakterien ausgeschlossenist. Der Apparat wird hiernach in geeigneter Weise in eine Blech-büchse mit Eis verpackt, um eine Vermehrung der Bakterien zuverhindern, und ist somit für den Versand fertiggestellt. Im Labo-ratorium wird die Kapillare an ihrer Ansatzstelle mittelst einerGlasfeile eingeritzt und vorsichtig abgebrochen. Durch die ent-standene Oeffnung entnimmt man mittelst sterilisirter Pipette (vgl.S. 120) die zur Untersuchung gewünschte Wassermenge. Die Me-thode leidet jedoch an einem Uebelstande; man hat eine so geringeWassermasse entnommen, dass derselben das Prädikat einer Durch-schnittsprobe nur in seltenen Fällen zukommt.
Vortheilhafter ist es, die geringe Quantität von Wasser, welchezur bakteriologischen Prüfung bestimmt ist, aus einer grösserenWasserprobe zu entnehmen. Hierdurch kommt man der Wahr-scheinlichkeit näher, eine Durchschnittsprobe zu erzielen. Es em-pfiehlt sich daher, einen Theil des für die chemische Untersuchunggeschöpften Wassers für diesen Zweck zu benutzen. Allerdingswird man auf Schwierigkeiten stossen, grössere Probengefässe keim-frei zu machen. Um dies zu erreichen, kann man in die Flascheneinige Kubikcentimeter koncentrirte Schwefelsäure geben, womit mandie iuneren Wandungen vollständig bespült. Die Säure wäre beider Entnahme durch häufiges und sorgfältiges Spülen vollständig zuentfernen. Dieses Verfahren ist insofern misslich, als man nie eineabsolute Gewissheit darüber hat, dass dies vollständig der Fall ist.Man darf jedoch auf Grund der Versuche von Heyroth annehmen,dass bei sorgfältiger, kurz vor der Entnahme vorgenommener Reini-gung die Bakterien an der Glaswandung nicht so fest haften, dasssie durch energische Spülung, wenn diese sechsmal nach einandergründlich ausgeführt wird, nicht zu beseitigen wären.
Das Vermehrungsvermögen der Bakterien ist durch sehr engeZeiträume begrenzt. Es ist daher erforderlich, die Einleitung derbakteriologischen Prüfung des Wassers, wenn möglich, sofort anOrt und Stelle nach der Entnahme oder doch nach thunlichstkurzer Frist zu bewerkstelligen. Nach Umständen wird das Ver-