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Allgemeine Bemerkungen über den Gang der chemischen Analyse. 85
Allgemeine Bemerkungen über den Gang derchemischen Analyse.
Um sich ein Bild über die Zusammensetzung des zu unter-suchenden Wassers im Allgemeinen zu schaffen, wird man diePrüfung desselben stets mit einer qualitativen Ermittelung der vor-handenen Bestandtheile einleiten. Es mag zuweilen fraglich sein,wie man die eingetretene Reaktion zu deuten hat; häufige Beob-achtung bei verschiedenen Wasserarten führen zu einer Erfahrung,welche eine zuverlässige Deutung des jeweiligen Resultats auf demWege des Vergleichs ermöglicht. Im Allgemeinen lässt sich sagen,dass eine eben bemerkbare Opalescenz oder Färbung als „schwacheSpur", oder wenn diese Erscheinungen deutlicher hervortreten, als„Spur" zu bezeichnen sind. Die Entstehung eines sichtbaren Nie-derschlages wird man mit dem Ausdruck „Vorhanden" verzeichnen.Während die ersteren beiden Beobachtungen einen weiteren Anlasszur quantitativen Bestimmung nur zuweilen abgeben (Ammoniak,Schwefelwasserstoff, Blei, Kupfer), bildet die Intensität des Nieder-schlages, seine Dichtigkeit, das Vermögen, sich mehr oder minderrasch abzusetzen, die Grundlage für die sich anschliessende quanti-tative Untersuchung.
Durch die Aufbewahrung der entnommenen Probe erfährt dasWasser Veränderungen, welche thunlichst zu vermeiden sind. Oben(S. 20) wurde schon erwähnt, dass man das Absetzen der schwim-menden Bestandtheile an einem kühlen Orte vor sich gehen lassensolle; die niedrige Temperatur bildet ein Mittel, unwillkommeneZersetzungsvorgänge zu verlangsamen oder auf ein Minimum herab-zudrücken. Weit störender ist aber ein Verlust der flüchtigen Stoffe,welcher trotz guten Verschlusses immerhin möglich ist, da dieProbeflaschen nie vollständig gefüllt sein werden. Die Ermitte-lungen des Gehaltes an Kohlensäure, Sauerstoff, Schwefelwasser-stoff werden deshalb unter thunlichst geringem Zeitverlust bald nachder Entnahme des Wassers auszuführen sein. In gewissem Sinnekommt auch das Ammoniak hier in Betracht, da es in freiem Zu-stande zum Theil vorhanden sein kann.
Die Umsetzungsfähigkeit des letzteren, auch im gebundenenZustande, in salpetrige Säure und weiterhin in Salpetersäure, sowie