Druckschrift 
2 (1868) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
Entstehung
Seite
609
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Chromogene und Farbstoffe.

G09

P u r r e e.

Unter diesem Namen kommt aus Indien und China ein gelber Färb- PurreeStoff in den Handel, dessen Abstammung noch nicht mit Sicherheit er-mittelt ist. Der färbende Bestandtheil ist eine Verbindung von schwachsaurem Charakter: das Euxanthin (Euxanthinsäure), seideglänzende «j^jjjt^gelbliche in Wasser, Alkohol und Aether in der Wärme leichtlöslicheNadeln. Mit Alkalien vereinigt es sich zu leichtlöslichen gelben Ver-bindungen, die mit den übrigen Metalloxydsalzen gelbe Lacke geben.Bei der trockenen Destillation liefert es ein krystalliniscb.es Sublimat:Euxanthon. Mit Salpetersäure liefert es mehrere Nitrokörper, wo-unter die

Styphninsäure oder Oxypikrinsäure: G H 3 .(N0 2 ) 3 0 2 .

Diese Säure entsteht ausserdem bei der Behandlung zahlreicher anderer Stypuma-Stoffe, namentlich von Harzen und Farbstoffen, mit Salpetersäure. Sie ist als Eiuuadie Nitroverbindung des Brenzcatechins anzusehen, aus welchem sie allerdingsnoch nicht direct dargestellt wurde. In ihren Eigenschaften zeigt sie grosseAehnlichkeit mit der Pikrinsäure (vergl. S. 459). Sie krystallisirt in blass-gelben, sechsseitigen Säulen, die beim Erhitzen wie Schiesspulver abbrennen.In Wasser ist sie schwer, in Alkohol und Aether leicht löslich. Von derPikrinsäure unterscheidet sie sich namentlich dadurch, dass sie mit Eisen-vitriol und Baryt grün wird, während die Pikrinsäure dadurch eine blutrotheFarbe annimmt. .

Die Styphninsäure ist zweibasisch, und bildet meist gelbgetarbte, beim Er-hitzen verpuffende Salze.

Farbstoffe der Curcuma,

Die Wurzel von Curcuma longa und Curcuma rotunda giebt an Aether curcumaeinen harzigen gelbrothen Farbstoff: das Curcumin ab. Durch kausti-sche Alkalien, durch kohlensaure und phosphorsaure Alkalien, durch einigeAlkaloide und durch Borsäure geht die Farbe des Curcumins in Braun-roth über. Auf diese Eigenschaft gründet sich die Anwendung derCurcuma zu Beagenspapieren (Curcumapapier), die man durch Eintau- dient-chen ungeleimten Papieres in einen weingeistigen Auszug der Curcuma d es Curou-und Trocknen erhält und zur Constatirung alkalischer Reaction in bekann- ma > ,a,J,erter Weise anwendet. Zum Färben von Seide und Wolle wird namentlichdie Curcuma rotunda angewendet; die Farbe ist aber wenig haltbar.

Weitere pflanzliche gelbe Farbstoffe sind:

Farbstoff des Quercitron, aus der Rinde von Quercus tinctoria. Sie Quereitron.enthält das Glucosid Quercitrin, vergl. S. 588 als färbenden Bestandtheil.

Der Wau. Die Blüthen von Beseda luteola enthalten ein gelbes schönes Wau.Pigment, das Luteolin, welches krystallisirbar und ohne Zersetzung subli-mirbar ist. In Wasser wenig, leichter in Alkohol und Aether löslich.

v. G-orup-Besanez, Organische Chemie. 39