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2 (1868) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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608
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G08 Organische Verbindungen unbekannter Constitution.

Farbstoffe des Safflors.

Da Safflor Die Blüthen des Safflors (Carthamus tinctorius) enthalten einen ro-

then und einen gelben Farbstoff. Letzterer lässt sich aus den Blüthendurch Wasser ausziehen und führt den Namen

enthältSafflorgelb

4L

F<

und Car-

thainin.

Ist in der

flüssigen

Schminke

und in den

rothen

Schmink-

blättern

enthalten.

Drachen-Mut.

Alkauiia,

Rottlera-farbstoff.

Chica.

Safflorgelb. Das Safflorgelb gehört zu den schönsten gelben or-ganischen Farbstoffen, seine Lösung färbt stark, reagirt sauer, zersetztsich aber an der Luft sehr bald unter Bräunung. Durch Bleizucker undAmmoniak erhält man in seinen Lösungen einen gelben Niederschlag.

Behandelt man den mit Wasser erschöpften Safflor mit kohlensauremNatron so zieht dieses das

Carthamin: ö 14 Hi 6 '02, oder Safflorroth aus, welches, wenn man indie Lösung etwas Baumwollle und Citronensäure bringt, sich auf dieBaumwolle niederschlägt. Man löst es abermals in Sodalösung auf undfällt es aus der Lösung durch Essigsäure oder Citronensäure.

Nach dem Trocknen stellt das Cartammh ein metallisch glänzendes,in dünnen Schichten purpurrothes krystallinisches Pulver dar, welchesunlöslich in Wasser, wenig löslich in Alkohol und Aether, aber bleicht inAlkalien löslich ist. Seine Lösungen sind schön roth gefärbt, gehen aberbald in Gelb über.

Man bedient sich des Carthamins zum Rosenrothfärben von Seide undBaumwolle. Die flüssige Schminke (rouge vert), und die rothen Schmink-blätter (rouge cn feuille) enthalten hauptsächlich Carthamin.

Als weitere rothe pflanzliche Farbstoffe erwähnen wir:Drachenblut. Dunkelrothes Harz aus CalamusDraco, Dracaena Vracound Pterocarpus Draconis. Der Farbstoff wurde Draconin genannt.

Alkanna. Die Wurzelrinde der Anchusa tinctoria oder Orcanette. Aetherzieht daraus einen schönen rothen Farbstoff aus, das Anchusin, welcher sehrwenig beständig ist. Man benutzt die Alkanna in der Pharmacie zum Färbenvon Tincturen, Oelen, Zahnpulver u. dgl.

Rottlerafarbstoff. Aus Bottlera tinctoria, einem Baume Ostindiens,wird ein Farbmaterial gewonnen, welches in Gestalt eines ziegelrothen sandi-gen Pulvers in den Handel kommt. Alkalien lösen dasselbe mit rother Farbe.Aether zieht daraus das Chromogen Rottlerin: <3 n H u © 3 , aus, welches ingelben Nadeln krystallisirt, die in Alkalien mit tiefrother Farbe löslich sind.Der Rottlerafarbstoff wird zum E'ärben von Seide verwendet.

Chicaroth, Carajura. Aus den Blättern der Bignonia Chica am Ori-,noco und Rio Meta durch eine Art Gährung gewonnen, und in dunkelrothenKuchen in den Handel kommend. Der Farbstoff ist nahezu unlöslich in Was-ser, Alkohol und Aether; er wird von den Indianern zum Bemalen des Ge-sichts, in Nordamerika und Brasilien zum Färben benutzt. Mit Salpetersäurebehandelt, liefert er Pikrinsäure, Oxalsäure, Blausäure und Anissäure.