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2 (1868) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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606
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C06

Organische Verbindungen unbekannter Constitution.

oxyd gebeizte violett gefärbt. Mit Zinkstaub behandelt, liefert es An-thracen: © 14 H ]0 .

Purpurin:7hH s 0 5 .

Purpurin. In alter Krappwurzel ist neben Alizarin aucli Purpurin enthalten;

man erhält diesen Körper auch durch eine Gährung des Krapps, die durchHefe eingeleitet, alles Alizarin in Purpurin verwandelt. Das Purpurinbildet rothgelbe Prismen, verliert bei 100° C. sein Krystallwasser undwird ähnlich wie das Alizarin roth, ist leicht schmelz- und sublimirbar,in Wasser, Alkohol und Aether löslich. In Alkalien löst es sich mitjohannisbeerrother Farbe auf, mit Kalk und Baryt giebt es purpurrotheLacke und färbt gebeizte Zeuge ähnlich wie Alizarin. Mit Salpeter-säure behandelt liefert es, wie auch das Alizarin, Oxalsäure und Phtal-

Anwendungdes Krapps.

a

Türkisoh-roth-Fär-berai.

Verarbei-tung derWasch-Wässer vomKrapp aufAlkohol.Beziehungder Färber-röthe zuden Kno-chen.

Anwendung des Krapps. Der Krapp findet eine ausgedehnte Anwen-dung in der Färberei. Das Wirksame beim Färben mit Krapp ist stets dasAlizarin, doch hat an der Wirkung auch das Purpurin einen Antheil. Es istdaher die Aufgabe gegeben, die Rubierythrinsäure möglichst vollständig inAlizarin zu verwandeln. Dies ist bei dem Ablagern der Krappwurzel derFall und geschieht auch wohl durch Behandlung des Krapps mit concentrir-ter Schwefelsäure, wodurch alles Chromogen in Alizarin verwandelt wird. MitSchwefelsäure behandelter Krapp führt im Handel den Namen Garancine.

Bei dem gewöhnlichen Krappfärben wird das gebeizte Zeug mit Wasser,in welchem Krappwurzel (getrocknet und gemahlen) fein vertheilt ist, all-mählich bis zum Sieden erhitzt, wobei das Alizarin, zum Theil erst währenddes Erhitzens aus der Rubierythrinsäure gebildet, sich im kochenden Wasserlöst und von der Faser aufgenommen wird. Bei der Türkischroth-Fär-berei wird ebenfalls der Krapp als Färbemittel angewendet und das Alizarinauf der mit Oel und Alaun (auch wohl Pottasche, Schafmist) gebeizten Baum-wolle fixirt.

Die Waschwässer von der Krappfärberei enthalten, da die Rubierythrin-säure sich in Alizarin und Zucker spaltet und nur ersteres von der Faseraufgenommen wird, viel Zucker. Man hat in neuerer Zeit angefangen, siedurch Hefe in geistige Gährung zu versetzen, und daraus Alkohol zu gewinnen.Eine eigenthümliche Beziehung zeigt die Färberröthe zu den Knochen. Beider Fütterung von Thieren mit Färberröthe nehmen die Knochen derselbeneine röthliche Färbung: an.

Das Blan-holz

Farbstoffe des Campechenholzes.

Im Campeciienholze: Haemaioxylon Campechianum (Blauholz), voneinem Baume Mexicos stammend und als Färbematerial von ausgedehnterAnwendung ist das

enthält dag

Chromog

Hämato-

xylin.

Haematoxylin: OkjHi^i! + 3H 2 Ö,

alten, ein Chromogen, welches durchsicSäulen bildet. Es schmeckt süss, ist in Wasser in der Kälte wenig lös-

1 enthalten, ein Chromogen, welches durchsichtige, glänzende, strohgelbe