Chromogene und Farbstoffe.
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Salzsäure den Farbstoff fällt. So dargestellt zeigt er metallischen Reflex,löst sich in Wasser wenig, leicht in Alkohol und Aether.
Der blaue wässerige Auszug des Lackmus: die Lackmustinctur,findet in der analytischen Chemie die bekannte Anwendung, die sich ausden oben angeführten Eigenschaften desselben erklärt.
Farbstoffe des Krapps.
Der sogenannte Krapp ist die Wurzel der Färberröthe: Bubia Krapp.tinctorum, deren Cultur in manchen Gegenden einen sehr wichtigen Zweigder Landwirthschaft ausmacht, da der Krapp unter allen ächten rothenFarben die wohlfeilste ist. Vorzugsweise wird er in der Levante, inFrankreich und in Holland cultivirt. Das Färben mit Krapp ist einerder wichtigeren Zweige der Färbekunst.
Die frische Krappwurzel enthält keine Farbstoffe, wohl aber einChromogen, welches unter gewissen Einwirkungen in Pigmente über-geht. Bei dem Aufbewahren des Krapps findet bereits ein derartigerUebergang des Chromogens in Farbstoff statt und man wendet daherin der Färberei niemals frische Krappwurzel an, sondern lässt sie erstzwei bis drei Jahre lang liegen, wobei unter Mitwirkung eines nichtnäher gekannten Fermentes der Uebergang des Chromogens in Farbstofferfolgt.
Das in den frischen Krappwurzeln enthaltene Chromogen ist die
Rubierythrinsäure: CicH-igö^, ein in leicht löslichen, gelben, Das imseidenglänzenden Prismen krystallisirendes Glucosid, welches sich in AI- ShaUenekalien mit blutrother Farbe löst. Chromog«
ist die
Diese Säure spaltet sich nämlich durch ein im Krapp enthaltenes RuMery-x 1 erment, ebenso aber auch beim Kochen mit verdünnter Salzsäure undAlkalien in Alizarin, Zucker und wahrscheinlich noch andere Producte.
Das Alizarin aber und das Purpurin, ein im alten Krapp ebenfallsvorkommender Körper, sind die Pigmente des Krapps.
Alizarin: Oi,tH s 04.
Das Alizarin stellt, aus Alkohol krystallisirt, morgenrothe Prismen Aiizari«.dar, die beim Erwärmen auf 100°C. Krystallwasser verlieren, dabei reinroth werden, bei höherer Temperatur aber in langen orangerothen Pris-men süblimiren. Das Alizarin ist in kaltem Wasser kaum löslich, wohlaber in kochendem, in Alkohol und Aether. In Alkalien ist es mit Pur-purfarbe löslich und Alaunlösung erzeugt in den alkalischen Auflösun-gen einen schön rothen Niederschlag, den Krapplack. Kalk und Barytgeben blaue Lacke. Die alkalischen Auflösungen erscheinen in durch-fallendem Lichte purpurroth, in reflectirtem violett. Concentrirte Schwe-felsäure löst das Alizarin mit blutrother Farbe ohne Veränderung auf.Mit Thonerde gebeizte Zeuge werden durch Alizarin tiefroth, mit Eisen-