Kohlenwasserstoff; es ist indifferenter Natur und besitzteinen nicht unangenehmen aromatischen Geruch. In Wasserist es unlöslich; dagegen von den organischen Lösungs-mitteln wird es leicht in Lösung übergeführt. Gegen Al-kalien zeigt es eine sehr grosse Beständigkeit, mit konzen-trierten Mineralsäuren liefert es aber harzige Produkteund mit Brom wie auch mit Pikrinsäure additioneile Ver-bindungen. Gegen Jod, Kaliumcyanid und Chlorwasserstoff-säure verhält es sich bei gewöhnlicher Temperatur neutral,dagegen beim Erhitzen mit Jod tritt unter völliger Ver-harzung eine heftige Reaktion ein. Krämer und Spilkerisolierten das Cumaron aus den zwischen 168°—174° sie-denden Anteilen der leichten Theeröle, welche bereits vonden anhaftenden Phenolen und Pyridinbasen durch Be-handlung mit Alkalien und Mineralsäuren befreit waren,durch Überführen in die Dibromidverbindung, welche sichdurch Eintragen von Brom in das stark gekühlte Theerölbildet. Aus diesem Additionsprodukt wird dann das eineBromatom durch Kochen mit alkoholischer Kalilauge undspäteres Destillieren im Dampfstrom abgespalten. Dasso erhaltene Monobromcumaron wird in verdünnter alko-holischer Lösung mit Natriumamalgam behandelt, welchesdas Austreten von Brom als Bromwasserstoff zur Folgehat. Das nun völlig von Brom befreite Cumaron wirdmehrmals der fraktionierten Destillation unterworfen undals eine farblose und stark lichtbrechende Elüssigkeit vonöl'ger Beschaffenheit erhalten, deren Siedepunkt zwischen170°—171° bei 758 mm Barometerstand liegt. Dieses sogewonnene Produkt erwies sich als identisch mit dem vonEbert und JFittig 1 synthet : sch dargestellten Cumaron,welches durch Destillation der Cumarilsäure mittelst Cal-ciumoxyd erhalten wurde.
Die synthetische Darstellungsmethode der Cumaril-säure, die zuerst von Perkin 2 erhalten wurde, besteht in
J ) Ann. 216, 1G8.
2 ) Zeitschrift f. Chemie 1871, 178.